Fr, 24. November 2017

Neue Betriebssysteme

02.06.2014 22:37

Apple enthüllt iOS 8 und Mac OS X Yosemite

Kein neues iPhone, keine iWatch, kein "One more thing": Die von vielen erhoffte Präsentation neuer Hardware von Apple anlässlich der Eröffnung seiner Entwicklerkonferenz WWDC am Montagabend in San Francisco blieb aus. Stattdessen konzentrierte sich der kalifornische Konzern voll und ganz auf die Vorstellung neuer Softwarelösungen und Funktionen für seine beiden kommenden Betriebssysteme, Mac OS X Yosemite und iOS 8.

Ein nahtloses Nutzererlebnis, das seinesgleichen sucht – das versprach Apple-Chef Tim Cook am Ende der rund zweistündigen Keynote. Was bereits mit iOS 7 und Mac OS X Mavericks begann, setzt sich demnach mit iOS 8 und dem neuen Mac-Betriebssystem Mac OS X Yosemite fort: Beide Betriebssysteme nähern sich weiter an und bringen neue Funktionen mit sich, die laut Cook über sämtliche Geräte – iPhone, iPad und Mac – vor allem eines ermöglichen sollen: "Kontinuität".

Synchronisierung über alle Geräte hinweg
Was das bedeutet, demonstrierte Apple beispielsweise anhand einer neuen Funktion namens "Handoff", die automatisch Geräte in der näheren Umgebung erkennt und es so erlaubt, eine Aktivität etwa auf dem iPad zu beginnen und auf dem Mac fortzusetzen. Auf die gleiche unproblematische Art und Weise sollen sich ohne weiteres Zutun durch den Nutzer Hotspots ("Instant Hotspot") einrichten lassen, und sogar iPhone-Telefonate auf dem Mac sind durch die drahtlose Verbindung der Geräte untereinander künftig möglich. Auch SMS und MMS, die zuvor ausschließlich auf dem iPhone zu sehen waren, werden fortan auf allen Geräten angezeigt.

iCloud tiefer integriert
Plattformübergreifendes Arbeiten soll künftig auch mithilfe von iCloud Drive möglich sein: Direkt im Finder integriert, arbeitet der Online-Speicherdienst von Apple künftig wie jeder andere Ordner auf dem Mac und erlaubt es Nutzern beispielsweise, Dokumente abzulegen, sie mit Ordnern und Tags zu organisieren oder mittels der neuen integrierten Suche namens Spotlight nach ihnen zu suchen. Die derart hinterlegten Dateien werden anschließend via iCloud über den Mac, das iPhone, iPad oder sogar einen Windows-PC hinweg synchronisiert.

Gleichzeitig lokal und im Netz suchen
Die bereits erwähnte Spotlight-Suche erscheint prominent im Mittelpunkt des Desktops und beschränkt sich bei ihrer Suche nicht nur auf lokale Inhalte, sondern umfasst auch solche aus dem Internet. Nutzer erhalten somit mit einer einzigen Suchanfrage Vorschläge unter anderem aus Wikipedia, Apples Kartendienst, dem App Store, iTunes, Nachrichten und mehr.

Verbesserte Mitteilungszentrale
Eine schnelle Übersicht auf die wichtigsten Informationen verspricht auch die überarbeitete Mitteilungszentrale: Eine "Heute"-Ansicht bietet einen Blick auf den Kalender, das Wetter, Aktien, Erinnerungen oder Neuigkeiten aus sozialen Netzwerken. Mittels weiterer Widgets aus dem App Store lässt sie sich weiter individualisieren. Apple öffnet sich damit erstmals 3rd-Party-Entwicklern.

Safari bekommt verbesserte Favoriten- und Tab-Übersicht
Der Safari-Browser wartet indes mit einer neuen Universal-Suchleiste, einer Favoriten-Ansicht, die den schnellen Zugriff auf die Lieblings-Websites ermöglicht, sowie einer Tab-Übersicht auf, die Miniaturansichten aller geöffneten Websites in einem Fenster darstellt. Mit einem "Privates Surfen"-Fenster und einer integrierten Unterstützung für die anonyme Suchmaschine DuckDuckGo biete der Browser zudem mehr Kontrolle über den Datenschutz, so Apple.

Bis zu fünf Gigabyte große Anhänge versenden
Neuerungen gibt es auch beim E-Mail-Client Mail. So lassen sich nun etwa bis zu fünf Gigabyte große Anhänge aus der Anwendung heraus an jede andere E-Mail-Adresse senden ("Mail Drop"). Der Empfänger erhält dann einen Link zum Download der Datei. Die Funktion "Markup" wiederum erlaubt es Nutzern, Formulare, Bilder und PDFs mit (handschriftlichen) Notizen zu kommentieren.

Transparente Fernster
In seiner Designsprache nähert sich das neue Mac OS X Yosemite dem mobilen Betriebssystem iOS an: "Klare, intelligente und verständliche" Bedienelemente sollen den Fokus auf die Inhalte richten, "ohne Kompromisse bei der Funktionalität einzugehen". Besonders hervor hob Apple seine neuerdings transparenten Fenster – ein Element, das an Microsofts unter Vista bekannt gewordenes "Aero"-Design erinnert. Nutzer erhalten zudem künftig die Möglichkeit, zwischen einer hellen und einer dunklen Benutzeroberfläche zu wechseln.

Yosemite ab Herbst als kostenloses Update
Die finale Version des Mac-Betriebssystems soll im Herbst als kostenloses Update zur Verfügung stehen. Bereits zuvor, nämlich im Sommer, möchte Apple eine öffentliche Beta starten, für deren Teilnahme sich Interessierte online registrieren können.

iOS 8 auch für ältere Geräte
Ebenfalls diesen Herbst – dann wohl im Paket mit einem oder mehreren neuen iPhones – soll dann auch die neue Version 8 des Mobilbetriebssystems iOS veröffentlicht werden. Wie Apple betonte, sollen allerdings auch Besitzer älterer Geräte in den Genuss des ebenfalls kostenlosen Updates kommen. iOS 8 soll demnach für die iPhone-Modelle 4S, 5, 5S und 5C, den iPod-Touch der fünften Generation, das iPad 2, das iPad mit Retina-Display, das iPad Air sowie das iPad mini und das iPad mini mit Retina-Display erhältlich sein.

Interaktive Mitteilungszentrale
Neben den auch für Mac OS X vorgestellten Funktionen wie der Spotlight-Suche, der plattformübergreifenden Synchronisation mittels "Handoff" oder "iCloud Drive" zählt zu den wesentlichen Neuerungen von iOS 8 unter anderem die verbesserte Mitteilungszentrale, aus der heraus sich nun umgehend, sogar vom Sperrbildschirm aus, die wichtigsten Anwendung starten oder Nachrichten beantworten lassen.

Intelligente Tastatur
Die neue "vorausschauende" QuickType-Tastatur berücksichtigt dabei laut Apple "auf intelligente Weise" den Kontext des Geschriebenen, etwa wer der Empfänger ist und in welcher App man gerade schreibt. QuickType verstehe die Art und Weise, wie kommuniziert werde und schlage Lieblingsphrasen vor, sodass sich ganze Sätze mit nur wenigen Fingertipps schreiben ließen, versprach der Hersteller und kündigte zugleich die Öffnung für Tastaturen anderer Entwickler an. Die von "QuickType" gelernten Ausdrücke würden übrigens lokal verschlüsselt und niemals in die Cloud gesendet, betonte Apple.

iCloud Fotomediathek synchronisiert Bildanpassungen
Nicht so bei der neuen iCloud Fotomediathek, die sämtliche Bildanpassungen und Effekte automatisch auf allen Geräten eines Nutzers aktualisiert. Für die Fotos selbst stehen unter iOS 8 neue Bearbeitungsmöglichkeiten bereit, darunter eine automatische Belichtungs- und Farbkorrektur sowie eine Horizontbegradigung.

Kauf-Inhalte mit der Familie teilen
Mit iOS 8 eingeführt wird zudem die "Familienfreigabe". Sie soll es bis zu sechs Mitgliedern einer Familie über ihre jeweils eigene Apple ID erlauben, nicht nur ihre Fotos und den Kalender, sondern auch ihre iTunes-, iBooks- oder App-Store-Einkäufe miteinander zu teilen. Praktisch: Eltern können sich benachrichtigen lassen, wenn ihr Nachwuchs kostenpflichtige Inhalte herunterladen möchte.

Audio- und Videobotschaften versenden
Überarbeitet wurde schließlich auch die Kommunikation über Apples Nachrichten-App. Mittels "Tap To Talk" lassen sich etwa Audio- und Videobotschaften an Freunde versenden – um diese aufzunehmen oder auch abzuhören, genügt es, das iPhone ans Ohr zu führen. Zudem ist es nun möglich, Gruppennachrichten Kontakte hinzuzufügen oder zu entfernen, eine Unterhaltung zu verlassen oder sich kurzzeitig "nicht stören" zu lassen. Sämtliche Fotos und Videos innerhalb einer Unterhaltung werden überdies übersichtlich angezeigt, zudem können Nutzer, so sie es denn wollen, ihren aktuellen Aufenthaltsort aus Nachrichten heraus für eine Stunde, einen Tag oder länger teilen.

Zentrale für Fitness- und Gesundheitsdaten
Mit "Health" stellte Apple außerdem eine App vor, die Gesundheits- und Fitnessdaten verschiedener Apps und Geräte, beispielsweise Smartwatches, an einem Ort speichert und verwaltet. Die Einwilligung des Nutzers vorausgesetzt, soll jede Apmanagements zu ermöglichen". So könnten Apps des Sportartikelherstellers Nike etwa Informationen über Schlaf- und Ernährungsverhalten des Nutzers hinzuziehen, um ein individualisiertes Anwenderprofil zu erstellen und die sportliche Leistung zu verbessern. Oder die App verständigt den Arzt, wenn Daten von der Norm abweichen. Welche App auf welche Gesundheitsinformationen Zugriff hat, soll der Nutzer stets selbst bestimmen können. "Health" wird von vielen Beobachtern als Vorstufe für die seit Langem erwartete Apple-Smartwatch gewertet.

Zu den nur beiläufig erwähnten Neuerungen von iOS 8 zählen eine integrierte Song-Erkennung mittels Shazam, neue unterstützte Diktiersprachen und eine verbesserte Funktionalität des persönlichen Sprachassistenten Siri: Er soll sich nun einfach auf Zuruf, also ohne Tastendruck, aktivieren lassen.

Apple stellt Plattform für Heimautomatisierung vor
Dem Sprachassistenten soll auch eine wichtige Rolle bei Apples neuer Plattform zur Heimautomation namens "HomeKit" zuteilwerden. Das am Montagabend erstmals vorgestellte System soll es Entwicklern unterschiedlicher intelligenter Hausgeräte (Türen, Lampen, Kameras, Thermostate) ermöglichen, diese über eine einheitliche Plattform mit einem Apple-Gerät zu steuern. Wenn der Nutzer zum Beispiel Siri sage, dass er ins Bett gehe, könnte das Haus automatisch die Türen verriegeln und die Lichter dimmen, erläuterte Apples Software-Chef Craig Federighi.

Zahlreiche Neuerungen für Entwickler
Für die im Saal anwesenden Entwickler gab es schließlich auch noch einige Neuerungen zu verkünden. So stellte Apple mit Swift etwa eine neue und laut eigenen Angaben besonders einfach zu handhabende Programmiersprache vor. Vor allem Games sollen wiederum von einer neuen Grafik-Technologie namens Metal profitieren. Sie maximiere die Leistung des A7-Prozessors und ermögliche es damit Spieleanbietern erstmals, 3D-Spiele in Konsolenqualität auf mobile Geräte zu bringen. Apple kündigte außerdem die Öffnung zahlreicher Schnittstellen für Drittanbieter an, beispielsweise für die Einbindung von Foto-Filtern in entsprechende Apps, für virtuelle Tastaturen oder um von Apples Fingerabdruckscanner Gebrauch zu machen.

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