Mo, 23. Oktober 2017

Ausgeklügelter Coup

02.06.2014 15:37

200.000 Euro Beute bei Geldboten-Überfall in OÖ

Einen ausgeklügelten Geldtransporter-Coup haben Profi-Räuber nach penibler Planung Montag früh in Oberösterreich gelandet. Sie verwendeten einen gestohlenen Transporter als Sichtschutz, um durch ein Fenster in die Sparkasse von Marchtrenk einsteigen zu können. In der Bank warteten sie mit Maschinenpistolen auf die Geldboten, die sie schließlich gefesselt zurückließen. Den Tätern gelang die Flucht mit rund 200.000 Euro Beute.

Gegen 6 Uhr sollte der Bankomat im Foyer der Sparkasse in Marchtrenk aufgefüllt werden. Auf diesen Augenblick hatte sich ein Räuber-Duo lange vorbereitet: Die beiden stahlen in der Nacht zum 16. Mai bei einer Firma in Haid/Ansfelden, unmittelbar neben der Westautobahn, einen Iveco-Transporter und versteckten ihn bis Sonntag.

Kameras mit Graphit-Spray lahmgelegt
Am Montag um 1.45 Uhr früh parkten sie diesen Wagen mit Wiener Kennzeichen und auffallender Wasserwerbung so dicht an der Wand der Bank, dass von der Straße aus das Seitenfenster des Geldinstitutes nicht mehr zu sehen war. Die maskierten Verbrecher zwängten das Fenster dahinter auf, brachen in der Sparkasse noch eine Bürotüre auf und machten dann die Überwachungskameras mit Graphit-Spray unschädlich.

Auch die Eingangstüre der Bank machten sie auf diese Art "blind". Dann warteten sie. Zwischen 5 und 6 Uhr morgens behoben noch drei Kunden im Foyer Bargeld, ohne zu ahnen, dass hinter der nächsten Tür die beiden Räuber lauerten.

"Opfer mit Maschinenpistole und Faustfeuerwaffe bedroht"
Erst als kurz vor 6 Uhr der Geldtransport eintraf und zwei Mitarbeiter, ein Mann und eine Frau, in die Bank gingen, um im Bankomaten Geld nachzufüllen, kamen die Räuber aus ihrem Versteck. "Sie haben ihre Opfer mit einer Maschinenpistole und einer Faustfeuerwaffe bedroht, sie entwaffnet, mit Kabelbindern gefesselt und in einem Büro eingesperrt. Dann haben sie die Geldscheine aus der bereits geöffneten Kassette genommen", berichtet Oberösterreichs LKA-Chef Oberst Gottfried Mitterlehner.

Ehe sich der gefesselte Wachmann teilweise befreien und den Notruf wählen konnte und fast zeitgleich ein automatischer Alarm im Geldtransporter ausgelöst wurde, verschwanden die beiden Räuber, die ihre Anweisungen auf Deutsch mit slawischem Akzent gegeben hatten, mit einem anderen Fluchtauto - möglicherweise mit einem roten Passat. Die Fahndung verlief bisher negativ. Zeugen des Überfalls dürfte es keine geben.

Ähnlicher Überfall im Dezember
Zuletzt war - wie berichtet - am 31. Dezember 2013 ein Geldtransporter in Oberösterreich überfallen worden. Zwei Männer hatten in Vöcklabruck zugeschlagen. Die Täter rafften Bargeld an sich und traten danach mit einem silberfarbenen Geländewagen mit Korneuburger Kennzeichen die Flucht an.

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