So, 19. November 2017

Gleichstellung

31.05.2014 14:48

Conchita Wurst: „Entscheidung statt Diskussion“

Song-Contest-Siegerin Conchita Wurst ist "ungeduldig", was die Gleichstellung von Homosexuellen anbelangt: "Ich verstehe nicht, warum die absolute Gleichstellung noch nicht stattgefunden hat und was da so lange dauern kann", sagte die Sängerin am Samstag im Ö1-"Journal zu Gast". "Ich brauche keine Diskussion, sondern eine Entscheidung." Wurst wird am Samstag beim "Life Ball" in Wien auftreten.

Zur Kritik einer parteipolitischen Vereinnahmung durch Bundeskanzler Werner Faymann bei ihrem Empfang im Bundeskanzleramt eine Woche nach ihrem Song-Contest-Sieg sagte Wurst: "Ich fühle mich in keinster Weise instrumentalisiert." Sie habe sich sehr über den Empfang gefreut, das zeige ihr, dass Musik sehr ernst genommen werde. Sie selbst wollte nicht auf den Balkon des Bundeskanzleramts treten, "weil ich denke, da sollten wichtigere Menschen stehen". Parteipolitisch würde sie sich nicht engagieren, sagte Wurst auf eine entsprechende Frage.

"Life Ball"-Plakat: Wurst findet es "schön, ästhetisch"
Das umstrittene "Life Ball"-Plakat von David LaChapelle mit dem nackten Transgender-Model Carmen Carrera findet die Sängerin "schön, mir gefällt es gut, ich finde es ist ästhetisch". Die Aufschreie der verzweifelten Eltern, wie sie das denn nun ihren Kindern erklären sollen, hätten sie schon in Bezug auf ihre Persönlichkeit "immer schon sehr amüsiert, weil ich mir denke, wie schwer ist denn das zu erklären. Daher verstehe ich die ganze Aufregung nicht".

"Bekomme aus aller Welt Songs"
Im Zusammenhang mit ihrer weiteren künstlerischen Zukunft betonte Wurst, selbst "talentfrei" beim Songwriting zu sein. Es sei schwer, gutes Material zu bekommen, und sie habe sich noch nicht entscheiden, wer neue Lieder für sie schreiben werde. Sie sei aber "privilegiert, mittlerweile aus der ganzen Welt Songs zu bekommen". Sie sei aber auch 100-prozentig davon überzeugt, dass "wir in Österreich Welthits schreiben können". Sie liebe "das große Theater" wie Shirley Bassey, James Bond, Balladen, "aber darauf möchte ich mich nicht reduzieren. Daher will ich mich noch nicht festlegen".

"Ich weiß nicht, ob es mich in fünf Jahren noch gibt"
Befragt, ob es für die Kunstfigur Conchita Wurst ein Ablaufdatum gebe, sagte die Sängerin, keinen Fahrplan zu haben, sie wisse nicht, "ob es Frau Wurst in fünf Jahren noch gibt". Sie nehme sich die Frechheit und Freiheit heraus, das passieren zu lassen. Beim Song Contest würde sie nicht noch einmal antreten, denn "gewonnen zu haben, kann ich nicht mehr überbieten".

"Conchita Duck" in Entenhausen ist "unglaubliche Ehre"
Dass Wurst im nächsten Jahr als "Conchita Duck" einen Gastauftritt in der Comic-Publikation "Lustiges Taschenbuch" haben soll, empfindet sie "als unglaubliche Ehre und Freude". Diese Bücher seien ein Stück Kindheit, "davon jetzt ein Teil zu sein, ist überwältigend".

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