Fr, 17. November 2017

Nach EU-Schelte

28.05.2014 14:45

Spitalsärzte sollen künftig weniger arbeiten

Dienste bis zu 49 Stunden ohne Unterbrechung oder bis zu 72 Stunden pro Woche: Österreichs Spitalsärzte arbeiten viel zu lang. Die EU drohte bereits mit einer Klage, die zu Strafen in Millionenhöhe führen würde. Nun hat das Sozialministerium einen ersten Gesetzesentwurf zur Verringerung der Arbeitszeit vorgelegt - diese erfolgt jedoch nur in Etappen.

In einem Mahnschreiben hatte die EU-Kommission Österreich im März 2014 dazu aufgefordert, die Dienste der Ärzte auf maximal 48 Stunden pro Woche zu reduzieren. Nun soll das Gesetz den Brüsseler Vorgaben angepasst werden, allerdings nur schrittweise. Bis 2018 sollen noch 60 Stunden pro Woche und bis 2021 noch 55 Stunden erlaubt sein. Der betroffene Mediziner muss sich damit einverstanden erklären.

"Ab morgen umstellen heißt zusperren"
"Ad hoc ist die Verringerung nicht umsetzbar, das geht nur in einem Etappenplan", betont Sozialminister Rudolf Hundstorfer - ein akuter Ärztemangel würde drohen. Die Steiermark hat vorgerechnet, dass allein in diesem Bundesland 400 Mediziner fehlen würden. "Ab morgen umstellen heißt zusperren", sagt der Minister.

"Das Problem ist seit 2003 bekannt. Die Übergangsregelung ist eine Zumutung. Noch bis Ende 2017 sind Dienste von 49 Stunden am Stück möglich", schimpft Hermann Leitner, Vizepräsident der Wiener Ärztekammer. Kommende Woche gibt es eine weitere Verhandlungsrunde mit allen Beteiligten.

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