Sa, 25. November 2017

„Krone“-Interview

26.05.2014 08:56

Experte: „Bei Rabenattacke einfach ruhig bleiben“

Zwei Raben gingen in Linz auf Passanten los, weil sie ihr Junges in Gefahr sahen - die "Krone" berichtete. Solche "Hitchcock-Vorfälle" gab es in Deutschland vermehrt, in Oberösterreich wurde zuletzt 1997 ein Mädchen in Ebensee von einer Krähe verletzt. Der Linzer Vogelexperte Reinhard Osterkorn gibt Tipps zum richtigen Verhalten bei Angriffen durch Vögel.

"Krone": Das Szenario in Linz war für Sie keineswegs eine Überraschung.
Osterkorn: Nein, denn es liegt einfach in der Natur der Raben, dass sie ihren Nachwuchs beschützen. In diesem Fall sahen sie das verletzte Jungtier von den Passanten bedroht. Die vermeintlichen Feinde werden dann gnadenlos attackiert, und damit ist nicht zu spaßen, denn diese Vögel sind sehr schnell und haben einen ordentlichen Schnabel. Das Wort "Rabeneltern" wird also ganz zu Unrecht verwendet.

"Krone": Besteht zu jeder Jahreszeit die Gefahr einer solchen gefährlichen Attacke?
Osterkorn: Sehr viel wahrscheinlicher ist sie eben jetzt im Frühjahr, wenn die Raben ihren Nachwuchs aufziehen.

"Krone": Wie soll man sich im Ernstfall verhalten?
Osterkorn: Auf keinen Fall soll man sich schnell bewegen oder gar wegrennen. Das deutet auf Flucht hin und ist für die Raben erst recht eine Herausforderung, dranzubleiben. Am besten, man geht langsam weg, während man sich mit den Armen vor Verletzungen am Kopf schützt.

"Krone": Wie können Tierfreunde einem verletzten Raben-Jungvogel trotzdem helfen?
Osterkorn: Man sollte die Feuerwehr oder die Tierrettung rufen, die sind gegen etwaige Angriffe gut ausgerüstet und können sich um das verletzte Tier besser kümmern.

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