Di, 17. Oktober 2017

Bei Schlechtwetter

17.05.2014 10:59

Freibad forderte Eintritt nur fürs Kabine-Putzen

Da griff sich Erika Aigner, seit knapp 20 Jahren Mieterin einer Saisonkabine im Innsbrucker Tivoli-Schwimmbad, verärgert an den Kopf: Als sie bei kaltem Regenwetter ins Bad wollte, nur um zum Sommerstart ihre Kabine zu putzen, sollte sie 4,50 Euro Eintritt zahlen. Nach "Krone"-Recherchen lenkten die Betreiber ein.

Stürmisches Regenwetter, Plusgrade im gerade einmal einstelligen Bereich - es gibt zwar unentwegte Stammgäste, die bei jeder Eiseskälte im Tivolibad ihre Runden schwimmen, doch Erika Aigner gehört nicht dazu. "Wie seit fast 20 Jahren wollte ich zum Saisonstart meine Kabine putzen, wo unter anderem die Liege und Spielsachen eingelagert sind", so die Innsbruckerin.

Als sie dieser Tage mit Putzutensilien und ohne Badesachen durch die Drehkreuze gehen wollte, wurde sie von der Kassadame gestoppt. Es müssten, so die Dame, ohne Ausnahme 4,50 Euro Eintritt kassiert werden. Aigner beteuerte, dass sie wirklich nur kurz ihre Kabine säubern wolle - doch es blieb beim Nein.

Aigners Pech: Eine Saisonkarte - wie die meisten der Hunderten Kabinenmieter - besitzt sie nicht. "Weil es sich nicht ganz rentiert, ich gehe meist erst ab 14 Uhr schwimmen." Was die Putzarbeit für Nicht-Saisonkartenbesitzer noch weiter verkompliziert: In früheren Jahren konnten Kabineninhaber in der Woche vor der offiziellen Eröffnung ihre Reinigungsarbeiten durchführen. "Das geht jetzt leider nicht, denn wir haben mehrere Baustellen mit teils großen Schächten. Da besteht Unfallgefahr", erklärt Karlheinz Bader, zuständig für die Innsbrucker Badebetriebe.

Unbürokratische Lösung gefunden
Dass Aigner fürs Putzen bei ärgstem Schlechtwetter Eintritt zahlen sollte, ist aber auch für Bader ein Unding. Er reagierte nach den "Krone"-Recherchen rasch und unbürokratisch und löste den Fall mit Herz und Hirn: "Frau Aigner kann an der Kassa vermerken lassen, dass sie nur zum Putzen im Bad ist. Dann ist der Eintritt hinfällig." Das neue Kassapersonal habe die Pflichten wohl zu genau genommen.

"Zwei Euro fürs Parken und 4,50 Euro Eintritt - da wäre mir das Putzen der Kabine ganz schön teuer gekommen", so Aigner erleichtert.

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