Sa, 18. November 2017

Sitzt in Wien fest

16.05.2014 22:54

Firtasch lobt: Austro-Justiz „wirklich unabhängig“

Der ukrainische Milliardär Dmitry Firtasch, der wegen eines US-Auslieferungsantrags in Wien festsitzt, lobt die österreichische Justiz. "Sie ist wirklich unabhängig", sagte Firtasch in einem am Freitagabend in der "ZiB 2" ausgestrahlten Interview. Den USA warf er vor, Druck auf Richter und Staatsanwälte auszuüben.

Die USA hätten wohl gedacht, dass sie in Österreich "mehr Einfluss" auf das Auslieferungsverfahren gegen ihn nehmen könnten, sagte Firtasch. "Ich sehe den Druck der amerikanischen Botschaft und der US-Organe auf den Richter und den Staatsanwalt mit dem Ziel, diese Fragen schneller zu lösen", betonte der am 12. März verhaftete und kurz darauf gegen eine Rekordkaution von 125 Millionen Euro freigelassene Oligarch.

Die gegen ihn vorgebrachten Schmiergeldvorwürfe bezeichnete Firtasch als "völlig absurd". "Warum hätten wir für etwas zahlen sollen, was wir nicht bekommen haben", sagte er mit Blick auf einen nicht zustande gekommenen Deal in Indien - Firtasch soll dort 18,5 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt haben. Der Oligarch kritisierte weiters, dass in den USA schon seit dem Jahr 2006 gegen ihn ermittelt worden sei. Abgeschlossen habe man das Verfahren heuer. "In all diesen Jahren hat man mich nie gefragt. Offensichtlich braucht man meine Antworten gar nicht."

Raiffeisen "ausgezeichnete Bank"
Im Interview strich der Unternehmer auch seine guten Beziehungen mit der Raiffeisen Bank hervor, mit der er seit 15 Jahren zusammenarbeite. Diese sei eine "ausgezeichnete Bank". Österreich attestierte er eine "ausgezeichnete Gesetzgebung für Unternehmen im Ausland" sowie eine sehr gute Verkehrsanbindung. Von Wien könne man schnell sowohl nach London als auch in die Ukraine kommen.

Kritik übte der einflussreiche Unternehmer, der unter anderem den größten Medienkonzern des Landes kontrolliert, an der neuen Führung in Kiew. Diese würde "überhaupt keine ihrer Verpflichtungen" erfüllen. "Wir haben die Krim verloren, jetzt können wir noch den Osten verlieren", beklagte Firtasch. Die Ukraine müsse in einen Bundesstaat wie Österreich oder Deutschland umgewandelt werden, in dem die Regionen ihre eigenen Gouverneure wählen. "Die Menschen vor Ort wissen besser als das Zentrum, was die Regionen brauchen", sagte er.

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