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16.05.2014 08:05

Ein Drittel der Online-Hotelbewertungen gefälscht

Bewertungsportale sind beliebte Entscheidungshilfen bei der Urlaubsplanung. Rund ein Drittel der Hotelbewertungen im Internet könnte aber gefälscht sein, warnt das Verbraucherschutzmagazin "Konsument" und gibt Tipps, wie man gekauften Kommentaren nicht auf den Leim geht.

Ein neuer Berufszweig kümmert sich um das sogenannte Online-Reputations-Management - den Ruf, den ein Unternehmen im Internet hat. "Bekommt so eine Agentur den Auftrag eines Hotels, dann wird sie dafür sorgen, dass die Weiterempfehlungsrate bei den Portalen steigt", so die Konsumentenschützer. Erlaubt sei das "Schönschwindeln" nicht, es stelle vielmehr wettbewerbswidriges Verhalten und Irreführung dar.

Eine Gruppe an der Fachhochschule in Worms kam laut "Konsument" zu dem Schluss, dass etwa ein Drittel der Kritiken gefälscht ist. Bing Liu, ein Computerwissenschaftler der University of Illinois in Chicago, setzte Algorithmen ein und kam auf rund 15 Prozent, wobei er einräumte, dass sein Instrument nur die Hälfte der gefälschten Eintragungen erkenne.

Bewertungsportale "manipulierbar"
Der "Konsument" hat die beiden Seiten "TripAdvisor" und "HolidayCheck" daraufhin untersucht. Im ersten Schritt wurde ein völlig sinnfreier Text über ein Nobelhotel in einem Skigebiet in Salzburg gepostet. Auf TripAdvisor war er rasch online. Nach zwei Tagen stellte der Manager des Hotels auf der Seite klar, dass es sich nicht um ein "Strandhotel mit Krokodilen, Affen und Karibikflair" handle. Erst nach gut drei Wochen wurde der Kommentar von TripAdvisor entfernt. Bei HolidayCheck hatte der Text das Prüfverfahren hingegen nicht bestanden.

Anschließend testeten die Verbraucherschützer, wie viele Bewertungen von unterschiedlichen Mailadressen, aber von derselben IP-Adresse abgegeben werden können: Auf keinem der Portale erschien auch nur einer der gefälschten Texte. Zuletzt wollten die Konsumentenschützer herausfinden, ob die Portale Bewertungen herausfiltern, die offensichtlich Werbung sind.

Bei TripAdvisor passierte der vor Floskeln strotzende Text die Prüfung nicht. Bei HolidayCheck dagegen sei er "noch immer online". "Sowohl HolidayCheck als auch TripAdvisor sind manipulierbar, wenngleich es nicht mehr so einfach ist, wie es einmal war", bilanzierten die Tester.

Daran erkennen Sie gefälschte Bewertungen
Hellhörig sollten Nutzer bei Marketingsprache werden: Oberflächliche Beschreibungen wie "Das Hotel besticht mit einer angenehmen Wohlfühlatmosphäre und einem ausgezeichnet ausgestatteten Wellnessbereich, der keine Wünsche offenlässt" lassen auf eine gefälschte Bewertung schließen.

Das gelte laut "Konsument" auch, wenn der Name des Hotels immer wieder voll ausgeschrieben und wiederholt werde, wenn lang keine Kritiken und dann auf einmal viele äußerst positive oder auch negative hintereinander geschrieben würden, wenn nur wenige Bewertungen vorlägen und diese in einem überschwänglichen Ton verfasst seien, wenn ein erst kürzlich eröffnetes Hotel gleich zu Beginn viele Positiveinträge habe sowie wenn der Bewerter offensichtlich zufällig ausgewählte Namen habe und über viele verschiedene Hotels in einem auffällig positiven oder negativen Ton schreibe.

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