Mo, 20. November 2017

Politiker-Reaktionen

11.05.2014 16:51

„Schöner Tag für Österreich“, „Tränen in Augen“

Conchita Wursts Sieg beim 59. Eurovision Song Contest wird - vom Bundespräsidenten abwärts - nicht zuletzt auch von der Mehrheit der österreichischen Politiker als Zeichen für Toleranz und Respekt gewertet. Nach Spott im Vorfeld gratulierte am Sonntagnachmittag auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache der Song-Contest-Siegerin.

Bundespräsident Heinz Fischer zeigte sich in einem Statement erfreut über den Triumph, der weit über einen Festivalgewinn hinausgehe: "Ich gratuliere Conchita Wurst zum Sieg beim ESC. Das ist nicht nur ein Sieg für Österreich, sondern vor allem für Vielfalt und Toleranz in Europa. Dass sie ihren Sieg all jenen widmete, die an eine Zukunft in Frieden und Freiheit glauben, macht ihn doppelt wertvoll. Ein schöner Tag für Österreich!"

Auch Bundeskanzler Werner Faymann gratulierte der erfolgreichen Dragqueen: "Conchita Wurst hat mit großer Stimme und beeindruckender Performance die Zuseherinnen und Zuseher überzeugt." Es sei höchst erfreulich und ein großes Signal, dass sich die musikalische Leistung gegen Vorurteile und Intoleranz durchgesetzt habe.

Ostermayer freut sich auf Song Contest in Österreich
Vizekanzler Michael Spindelegger sprach in einer Aussendung von einer großen Ehre und Auszeichnung für Österreich. "Österreich ist stolz und freut sich mit Thomas Neuwirth über die große europäische Anerkennung", meinte der Finanzminister. "Ich freue mich auf den Song Contest 2015 in Österreich", hatte Kulturminister Josef Ostermayer schon kurz nach der Show verlauten lassen: "Der erste Platz für Österreich beim Eurovision Song Contest ist der große Sieg von Conchita Wurst, aber auch ein Sieg Europas in Toleranz und Respekt."

Lunacek: "Hatte Tränen in den Augen"
Für die Grünen meldete sich Parteichefin Eva Glawischnig zu Wort: "Ich gratuliere Conchita zur hervorragenden musikalischen Leistung und Performance und zum Mut, einen anderen Lebensentwurf gewählt zu haben, allen Anfeindungen zum Trotz." Österreich sei eben Heimat großer Söhne und Töchter, paraphrasierte sie die Bundeshymne. Auch Grünen-EU-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek gratulierte der Siegerin zu ihrem Triumph und betonte in der ORF-"Pressestunde", sie habe Tränen in den Augen gehabt, als sie die Entscheidung sah.

BZÖ-Gross: "Besser kann man Österreich nicht vertreten"
Auch BZÖ-Chef Gerald Grosz zeigte sich von Wursts Erfolg gerührt: "Tom Neuwirth hat mit seiner Kunstfigur nicht nur ein starkes Zeichen der Toleranz gesetzt, sondern auch Österreich einen längst vergessenen Stellenwert beim Eurovision Song Contest beschert." Die Konklusio sei klar: "Besser kann man Österreich nicht vertreten."

FPÖ-Chef Strache gratuliert doch noch
Mit einiger Verspätung langte am Sonntag auch von der FPÖ ein Gratulationsschreiben ein: FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache, der sich im Vorfeld kritisch geäußert hatte, musste dabei aber ein wenig am Wording feilen. Seine ursprüngliche Formulierung im Facebook-Posting ("Ich stehe nicht an, zu gratulieren") war nämlich von vielen Followern und Usern als das Gegenteil verstanden worden, weswegen es heftige Kommentar-Schelte setzte.

Die vermeintlich negative Stellungnahme brachte ihm bei einigen Anhängern zwar Wohlwollen ein, andere allerdings gaben sich regelrecht "enttäuscht". Strache vermutete dann seinerseits, dass manche wohl "nicht sinnerfassend lesen" könnten - und überarbeitete seinen Eintrag: "Ich gratuliere" hieß es dann unzweideutig. Die Einleitung blieb gleich, nämlich ein Verweis auf die "Unterschiedlichkeit von Auffassungen, die Menschen im Hinblick auf 'Kunstfiguren' wie Conchita Wurst durchaus berechtigt haben können".

Vilimsky mit Kritik am ORF statt Gratulation
FPÖ-EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky hatte sich in der ORF-"Pressestunde" ebenfalls nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen lassen. "Aus meiner Sicht ist das in Ordnung, wenn da jemand gewinnt und sich die Leute freuen", war noch die positivste Reaktion. Einmal mehr kritisierte er, dass der ORF die Österreich-Vertreterin ohne Voting "bestimmt" und damit "das Publikum ausgeblendet" habe. Er persönlich sei eher Fan von Udo Jürgens, weil der deutsch singe. Dass die meisten Song-Contest-Teilnehmer heutzutage englisch sängen, sei "so uniform".

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