Mo, 20. November 2017

Milch und Fleisch

07.05.2014 13:47

Russland verhängt Importstopp für Austro-Produkte

Während offenbar die Sanktionen gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise ihre Wirkung zeigen, spüren nun auch einige EU-Staaten die angespannte Wirtschaftssituation. In manchen Bereichen sogar schon sehr konkret: So hat Russland am Dienstag 15 österreichischen Molkerei- und Fleischbetrieben Importe ins Land untersagt. Zwar wird betont, dass es keinen Zusammenhang mit der Krise im Nachbarland gebe, doch Beobachter werten die Maßnahme sehr wohl als Reaktion auf die Sanktionen.

Auf der entsprechenden Liste befinden sich bei den Milchverarbeitern die größte heimische Molkerei Berglandmilch (Schärdinger, Tirol Milch) mit zwei Standorten, die Alpenmilch Salzburg und Ennstal Milch. Beim Fleisch sind Größen wie Grandits, Handl Tyrol oder Steirerfleisch betroffen. Die Entschedung wurde laut "dlz-Agrarmagazin" vom russischen Verbraucherschutzdienst getroffen.

Offizieller Grund: Russische Standards nicht eingehalten
Manfred Trimmel, Außenhandelsexperte der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter, erklärte dazu, dass als Grund nicht eingehaltene russische Veterinärstandards genannt worden seien. Besonders bitter laut Trimmel: Insgesamt habe der russische Markt - vor allem der Westen des riesigen Landes - in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Dabei hätten die heimischen Betriebe - 23 nicht vorübergehend gesperrte sind weiterhin tätig - auch in den Marktaufbau an Ort und Stelle investiert. Hauptsächlich hätten die Österreicher im Käsesektor Produkte gut eingeführt.

Rupprechter schickt Sonderbeauftragten nach Moskau
Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter kündigte am Mittwoch im Ö1-"Mittagsjournal" an, kommende Woche einen Sonderbeauftragten nach Moskau zu entsenden. Dieser solle "rasch wieder Lieferungen ermöglichen", so der Minister. Es sei nämlich beunruhigend, so der Landwirtschaftsminister, wenn ein wichtiger Absatzmarkt wie Russland Lebensmittelimporte aus Österreich stoppe - um die Ausfuhren müsse man sich bemühen. Der Delegierte solle auch "aufklären" ob der jetzige Importstopp mit der momentanen politischen Krise zwischen Moskau und Brüssel wegen der Ukraine zusammenhänge. Es gehe darum, "Aufklärung zu betreiben und die Dinge rasch zu bereinigen".

Auch im Gesundheitsministerium wird ein Koordinationstreffen stattfinden. Dabei handle es sich um ein Meeting maßgeblich Involvierter aus Politik, Wirtschaft und der Veterinärverwaltung, wie aus dem Gesundheitsministerium von Alois Stöger bestätigt wurde. Es gehe nach der Sperre darum, das Problem zu analysieren und Handlungsableitungen zu erarbeiten. Binnen zwei Monaten wolle man eine inhaltliche Stellungnahme abgeben, wie Österreich mit dem russischen Importstopp umgehe, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Berglandmilch-Chef: "Der Kunde ist König"
Einige Betroffene sehen die Causa als überwertet, da es in der Vergangenheit immer wieder zu vorübergehenden Importstopps gekommen ist. Auch Josef Braunshofer, Chef der nun mit zwei von fünf Werken betroffenen Berglandmilch, sieht laut ORF-Radio keinen Zusammenhang mit der Ukraine-Krise. Es gebe bei allen Kunden Wünsche, denen man sich beugen müsse: "Der Kunde ist König. So ist das."

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