Sa, 16. Dezember 2017

Teuer wie Jacht

06.05.2014 14:24

War nie in Betrieb: Wiener Mähboot verschrottet

Die Stadt Wien hat eines ihrer Mähboote verschrottet. Diese Maßnahme alleine klingt nicht unbedingt aufregend, gäbe es da nicht diese kuriose Vorgeschichte: Das Boot wurde im Jahr 1995 um umgerechnet rund 1,4 Millionen Euro - um dasselbe Geld bekommt man schon eine durchaus schmucke Jacht - angeschafft. Tatsächlich in Betrieb genommen wurde der "schwimmende Rasenmäher" allerdings nie - worüber sich auch der Stadtrechnungshof in einem aktuellen Bericht äußerst verwundert zeigt.

Sie war quasi der Stolz der städtischen Mähbootflotte: jene "betriebliche Bootseinheit", die aus dem Mähboot "Donaustadt" und dem dazugehörigen Transportkahn "Kaisermühlen" bestand. Sie sollte, wie auch ein 1984 angeschafftes Boot namens "Floridsdorf", zum Schneiden von Makrophyten eingesetzt werden. Diese Wasserpflanzen sind zwar durchaus nützlich, werden aber, um etwa Schwimmer nicht zu behindern, regelmäßig gekürzt.

Die Gesamtkosten für die Anschaffung der Boote, die danach jedoch niemals benutzt wurden, betrugen damals laut Rechnungshofbericht rund 2,9 Millionen Euro. Geplant war ein Einsatz auf der Neuen bzw. der Alten Donau. Abgesehen von Testfahrten wurde das Mähboot "Donaustadt" - wie auch der dazugehörige Transportkahn - aber nie tatsächlich eingesetzt.

Mähausfahrten über Jahre hinweg nicht nötig
Denn für die Alte Donau war er zu groß, in der Neuen Donau wiederum verringerte sich das Makrophytenwachstum prompt ab 1995, wie in dem Prüfbericht festgestellt wird. Mähausfahrten waren über Jahre hinweg nicht nötig. Laut Rechnungshof wurde verabsäumt, "zeitgerechte Überlegungen" hinsichtlich einer Verwertung der Boote anzustellen.

Letztendlich rosteten Mähboot und Transportkahn - von Graffitis verziert - vor sich hin, ein zunächst geplanter Verkauf kam nicht zustande. Laut einer Sprecherin der zuständigen Stadträtin Ulli Sima wurden sie daher inzwischen verschrottet. Die "Floridsdorf" ist hingegen noch immer unterwegs - wobei der Großteil der Wasserpflanzen-Kürzungen inzwischen von privaten Partnern durchgeführt wird.

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