Fr, 24. November 2017

Auf Äußerer „Mahü“

03.05.2014 12:30

Nach Hauseinsturz: Straßenbahnen fahren wieder

Nach dem teilweisen Einsturz eines Wohnhauses in der Mariahilfer Straße 182 in Wien haben die beiden Straßenbahnlinien 52 und 58 Samstag früh wieder ihren Betrieb aufnehmen können. Lediglich die Station Rustengasse bleibt aus Sicherheitsgründen noch bis Montag gesperrt. Für den Autoverkehr kann der betroffene Abschnitt allerdings noch länger nicht geöffnet werden.

Die Wiener Baupolizei ging am Freitagvormittag eigentlich davon aus, dass die Öffnung der Äußeren Mariahilfer Straße ab Montag früh für den Autoverkehr möglich sein wird. Bei den Planungen im Zuge der Einrichtung der Baustelle zeigte sich jedoch, dass der betroffene Bereich in Fahrtrichtung stadtauswärts noch länger gesperrt bleiben muss. Der Verkehr wird örtlich umgeleitet. Wie lange die Sperre aufrecht bleibt, ist noch offen.

Säuberung der Umgebung
Am Freitag wurde die Umgebung des ehemals viergeschoßigen Hauses, das am vergangenen Samstag durch eine Gasexplosion schwer beschädigt wurde, gesäubert. Danach kamen Sonderfahrzeuge der Wiener Linien zum Einsatz, um die Rillen der Schienen zu reinigen. Zudem wurden auch die Oberleitungen wiederhergestellt. Die ersten Garnituren der Linien 52 und der 58 konnten Samstag früh um 5.13 bzw. 5.18 Uhr vom Westbahnhof losfahren.

Laut dem Chef des Schadenssanierungsunternehmens Belfor, Heimo Ernst Weiss, habe man gemeinsam mit der Hausverwaltung bereits Wertgegenstände und Dokumente aus den gesperrten Wohnungen geborgen. Nächste Woche werden die Betroffenen Zug um Zug die Gelegenheit bekommen, ihre Habe in Sicherheit zu bringen.

Haus bleibt bei Wiederaufbau rund zwei Jahre Baustelle
Das Haus selbst wird nach Einschätzung der Baupolizei sicher noch ein bis zwei Jahre lang eine Baustelle sein - vorausgesetzt, die Eigentümer entscheiden sich für einen Wiederaufbau. Davon sei aber durchaus auszugehen, da nur 20 Prozent des Bauwerks substanziell zerstört worden seien.

Die Explosion am 26. April war offenbar durch einen 19-Jährigen ausgelöst worden, der in Selbstmordabsicht den Gasherd manipuliert hatte. Der junge Mann starb unmittelbar nach seiner fünf Stunden nach der Explosion erfolgten Bergung. Eine schwer verletzte 48-Jährige wurde nach beinahe acht Stunden aus den Trümmern geholt. Sie erholt sich derzeit auf der Normalstation. Ebenso die Intensivstation verlassen konnte mittlerweile das zweite Opfer, das sich nach der Explosion noch im Krankenhaus befindet.

Die Volkshilfe Wien hat ein Spendenkonto für die Bewohner des Hauses in der Mariahilfer Straße/Ecke Denglergasse, eingerichtet. Viele von ihnen konnten sich keine Versicherung leisten und stünden jetzt vor dem Nichts.

Spenden unter dem Kennwort "Einsturzopferhilfe" werden von der Volkshilfe auf das Konto bei der Erste Bank, IBAN: AT05 2011 1800 8048 0000, BIC: GIBAATWW, erbeten.

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