Di, 24. Oktober 2017

"Garagenkrieg"

01.05.2014 15:38

Wien: Millionenzahlungen als geheime Aktion

Ein millionenteurer Prozess, Strafanzeigen, Intrigen: Der "Krieg um Wien" zwischen den Garagenbetreibern WIPARK und APCOA eskaliert. Die Stadtwerke-Tochter WIPARK musste fast sechs Millionen Euro an den Prozessgegner APCOA überweisen. Den Steuerzahlern wurde die teure Niederlage verschwiegen.

"Mit allen Nebenkosten waren das doch fast sechs und nicht 5,1 Millionen Euro, die von der Stadtwerke-Tochter nach dem verlorenen Gerichtsverfahren an den früheren Kooperationspartner APCOA bezahlt werden mussten", korrigiert ein "Krone"-Informant die offiziellen Aussagen des Stadtwerke-Managements (Bericht siehe Infobox).

Für das Krisenmanagement hat der städtische Konzern nun einen bekannten Lobbyisten engagiert - Agenturchef Joe Kalina soll einen noch größeren Imageschaden für das Unternehmen verhindern: "Die im Vergleich vereinbarte Zahlung von 5,1 Millionen Euro hat der WIPARK und somit den Stadtwerken doch wesentlich höhere finanzielle Belastungen aus dem langfristigen Kooperationsvertrag mit der APCOA erspart."

Wobei sich dann die Frage aufdrängt, warum ein städtisches Unternehmen überhaupt derart miese Verträge abschließt. "Das muss man den Vorgänger des jetzigen Geschäftsführers der WIPARK fragen, das lag in dessen Verantwortung", meint Kalina. Dazu gebe es auch "Zivilrechts- und Strafverfahren" - allerdings konnte diese Aussage am Donnerstag nicht verifiziert werden.

"Warum wurde alles verheimlicht?"
"Okay, wenn - wie jetzt behauptet - dieser Vergleich so besonders vorteilhaft für WIPARK und die Stadtwerke gewesen ist, warum wurde dann alles verheimlicht?", kontert der "Krone"-Informant auf Kalinas Aussagen.

Und tatsächlich wurde im offiziellen Statement des WIPARK-Chefs Werner Böhm vom 8. Jänner 2014 zur "einvernehmlichen Beendung der Zusammenarbeit mit APCOA" dem Wiener Steuerzahler und auch dem Gemeinderat die Millionenzahlung verschwiegen. Böhm sagte lediglich: "Wir danken APCOA für die erzielte Lösung."

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