Mi, 22. November 2017

Erste Posten geräumt

30.04.2014 17:00

Polizisten: „Gehen hier mit Wehmut weg“

Viel wurde darüber diskutiert, jede Menge protestiert – jetzt wird umgesetzt, was bislang nur auf dem Papier niedergeschrieben war. Mehr als 150 Polizeiinspektionen in Österreich werden aufgelassen. Mittwoch früh wurden bereits die ersten Posten geräumt. Die "Krone" war in Niederösterreich und Wien mit dabei.

Mittwoch, 9.25 Uhr in Eichgraben (NÖ). Es ist ein sonniger Tag – doch die Stimmung ist dennoch etwas wehmütig. Die Beamten haben an diesem Morgen ihre Uniformen fein säuberlich weggepackt und gegen Jeans und Shirts getauscht. Anpacken lautete die Devise. Immerhin mussten Akten der vergangenen Jahrzehnte und lieb gewonnene Raritäten in Kisten verpackt werden. Auch die Polizeiinspektion Eichgraben gehört ab sofort der Vergangenheit an.

Leere Schränke, verwaiste Bürotische und Umzugskartons: Die Schließungswelle hat auch die Bundeshauptstadt erfasst. In den nächsten Monaten verabschieden sich insgesamt 16 Wiener Wachzimmer. In der Polizeiinspektion Neuwaldegger Straße im Bezirk Hernals hat am Mittwoch ebenfalls das große Umsiedeln begonnen: 22 Polizisten ziehen in die benachbarten Posten Halirsch- und Rötzergasse.

"Hoffe, dass es alle Dienstposten auch noch in einem Jahr gibt"
Bezirksvorsteherin Ilse Pfeffer überwachte das Szenario skeptisch: "Ich nehme die Schließung der Polizeiinspektion zur Kenntnis. Das Modell muss mich aber erst überzeugen. Ich hoffe, dass es alle Dienstposten auch noch in einem Jahr gibt." Der Sprecher der Wiener Polizei, Johann Golob, über die Maßnahmen: "Es wird künftig ein Mehr an Polizisten auf der Straße geben."

Österreichweit sperrt das Innenministerium insgesamt 150 Polizeidienststellen zu. Die gute Nachricht: Die Regierung hat auf die große Sicherheitsinitiative der "Krone" reagiert. Trotz aller Sparzwänge gibt es 1.100 Beamte mehr für Polizei und Justiz bis 2018. Kostenpunkt: 45 Millionen Euro.

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