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25.04.2014 06:15

„Unangemessen“: US-Universitäten verbieten Selfies

Stars bei den Oscars tun es, ein Astronaut beim Weltraumspaziergang und sogar US-Präsident Barack Obama - doch zwei US-Universitäten haben ihren Studenten nun untersagt, Selbstporträts mit dem Handy zu knipsen. Diese seien vor allem bei akademischen Feiern "unangemessen".

Laut Studentenzeitung "The Oracle" wies der Dekan der South Florida University die Absolventen an, bei der Abschlussfeier unangemessenes Verhalten zu unterlassen. Dazu zählten auch Selfies mit der Unipräsidentin.

Dekan: "Selfies bei Zeugnisübergaben sind respektlos"
Zuletzt hätten dort immer mehr Studenten Smartphones in ihrer Robe versteckt, um es dann bei der Zeugnisübergabe zu zücken. "Das ist ein bisschen respektlos", sagte der Dekan der Studentenzeitung, "es ist schließlich eine ernsthafte akademische Zeremonie." Die sogenannten Selfies werden anschließend gern über soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook verbreitet.

Die Studenten sehen das naturgemäß anders. Wenn US-Präsident Barack Obama und die Moderatoren der Oscar-Verleihung bei zweifelsohne seriösen Veranstaltungen Selfies knipsen könnten, ohne dafür öffentlich gerügt zu werden, sollte es wohl auch möglich sein, ein Foto mit der Unipräsidentin zu machen, argumentiert "The Oracle".

Studenten: "Es ist eine verdammte Feier"
Die Studentenzeitung räumt zwar ein, dass die "ohnehin schon stundenlange Zeremonie" durch die Feier noch länger dauern und den offiziellen Fotografen seiner Arbeit berauben könnte, "aber wie jede stolze Mutter sagen würde: Es ist eine verdammte Feier – das Kind bekommt einen Job".

Anstatt den populären Trend zum Selfie abzulehnen, sollte die Uni ihn stattdessen "umarmen und eine Tradition daraus machen", wie sie es in der Vergangenheit immer wieder gemacht habe, schlägt "The Oracle" vor. "Das wäre sicherlich eine Tradition, die umgehend von allen Studenten akzeptiert werden würde. Wenn die Uni clever ist, erstellt sie dazu sogar einen Hashtag, um sich damit in sozialen Medien zu vermarkten."

Weitere Uni schützt sich vor "Epidemie"
Bereits zuvor hatte die Bryant University im US-Staat Rhode Island ein Selfie-Verbot erlassen. Der dortige Rektor weiß, welche "epidemische" Formen soziale Netzwerke annehmen können, ist er schließlich als ehemaliger Kongressabgeordneter ein sehr fleißiger Tweeter. "Unsere Leute wollen die Studenten und mich bloß schützen", erklärte der Universitätspräsident gegenüber der Online-Ausgabe von "USA Today".

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