Mo, 20. November 2017

Mit 54 Jahren

23.04.2014 13:42

Regisseur Michael Glawogger an Malaria gestorben

Der österreichische Filmemacher Michael Glawogger ist tot. Der 54-jährige Regisseur, Drehbuchautor und Produzent verstarb in der Nacht auf Mittwoch während Dreharbeiten im afrikanischen Liberia. Wie die Produktionsfirma von Glawoggers aktuellem Projekt bestätigte, erlag der gebürtige Grazer einer Malaria-Erkankung.

Eine Sprecherin der UN-Friedenstruppen in Liberia, Stefanie Carmichael, war die Erste, die vom Tod Glawoggers auf Twitter schrieb. Demnach sei der 54-Jährige seiner Erkrankung erlegen, bevor er außer Landes gebracht werden konnte. Auch Glawoggers Produktionsfirma Lotus Film bestätigte, dass der Filmemacher an Malaria starb. Der Regisseur war mit einem Filmteam am 3. Dezember des Vorjahres zu einer Weltreise aufgebrochen, um "Untitled - Der Film ohne Namen" zu drehen.

"Tod reißt ein ewiges Loch in die Filmlandschaft"
Die Fachwelt reagierte bestürzt auf die Todesnachricht. "Glawo, dein so unerwarteter und tragisch früher Tod reißt ein ewiges Loch in unsere Filmlandschaft!", schrieb Filmproduzent Danny Krausz in einer Mitteilung auf der Website des Österreichischen Fachverbandes der Film- und Musikindustrie.

Auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz reagierte umgehend auf die Nachricht vom Tod Glawoggers: "Mit Michael Glawogger verliert der österreichische Film einen seiner herausragendsten, profiliertesten und neugierigsten Filmemacher. International ausgezeichnete Meisterwerke wie 'Megacities', 'Workingman's Death', 'Whores' Glory' machten Glawogger zum großen Dokumentaristen unserer Zeit. Der ORF durfte Glawogger auf seinen filmischen Reisen in Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens begleiten. Darauf sind wir in der tiefen Trauer ob des unerwarteten und schmerzlichen Verlusts stolz. Unser tiefes Beileid gilt seiner Familie."

Bundesminister Josef Ostermayer erklärte: "Michael Glawogger war ein hoch angesehener, international erfolgreicher österreichischer Regisseur, dessen überraschender Tod ein Loch in Österreichs Filmlandschaft reißt."

Jurypreis in Venedig für "Whore's Glory"
Michael Glawogger wurde 1959 in Graz geboren und studierte an der Filmakademie Wien. Er drehte zahlreiche preisgekrönte Filme, darunter die Dokumentation "Whores' Glory", die bei den Filmfestspielen in Venedig den Spezialpreis der Jury erhielt. Außerdem wurde er 2007 für "Workingman's Death" mit dem Deutschen Filmpreis für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Weniger Beachtung fanden im Vergleich "Frankreich, wir kommen!!!" (1999) über Österreichs Fußball-WM-Teilnahme aus der Sicht von Fans und seine Beteiligung am Essayprojekt zur schwarz-blauen Wende, "Zur Lage" (2002), für das er neben Barbara Albert, Michael Sturminger und Ulrich Seidl einen Beitrag lieferte. 2003 folgte schließlich seine Pornoklamotte "Nacktschnecken" mit Michael Ostrowski und Detlev Buck. Seine Arbeit an Spielfilmen setzte er 2006 mit der schwarzen Komödie "Slumming" mit Paulus Manker und 2009 mit der Haslinger-Verfilmung "Das Vaterspiel" sowie der "Nacktschnecken"-Fortsetzung "Contact High" fort.

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