Mo, 20. November 2017

In 35 Metern Höhe

22.04.2014 08:17

Paragleiter hing drei Stunden an Seilbahn fest

Rund drei Stunden lang ist das Leben eines Freizeitsportlers in der oberösterreichischen Gemeinde Molln buchstäblich an den Schnüren seines Gleitschirms gehangen. Der 50-jährige Mann aus St. Florian bei Linz hatte sich im Tau einer Materialseilbahn verfangen. Die Rettung wurde zum regelrechten Drahtseilakt: Sieben Bergretter konnten den Piloten schließlich retten.

Seine Leidenschaft fürs Gleitschirmfliegen hätte den Krankenpfleger Joachim Gruber (50) aus St. Florian bei Linz am Ostermontag beinahe das Leben gekostet. Der dreifache Vater, der auch Fluglehrer ist und seit 19 Jahren seinem Hobby nachgeht, übersah in Molln die Seile einer Materialseilbahn, die von einem Bauernhof zur Zinganell-Alm führt.

Sportler hing knapp drei Stunden fest
Als die Seilbahn vor Gruber auftauchte, entschied er sich in fünf bis zehn Metern Entfernung für ein äußerst waghalsiges Manöver: Er steuerte so in die Seilbahn, dass sich der Schirm um die Seile wickelte. "Bei einer Wende wäre der Paragleiter sicher abgestürzt", so ein Alpinpolizist. Das gefährliche Experiment glückte, doch dann baumelte Gruber fast drei Stunden lang in 35 Metern Höhe über dem Erdboden.

Zuerst kam der Rettungshubschrauber. Doch als dessen Crew feststellte, dass der Sportler unverletzt geblieben war, flog sie wieder ab. Ein Bergungseinsatz war per Heli nicht möglich, weil die Rotorblätter den Schirm aufgewirbelt hätten. Der Polizeihubschrauber "Libelle" brachte dann sieben Mollner Bergretter zur Alm, die von dort aus mit der Rettungsaktion begannen.

"Im Grunde war's ein sehr schöner Flug"
Roland Hatzenbichler (38) aus Molln wurde dabei über das Tragseil der Seilbahn zu dem Piloten hinabgelassen. "Meine Kollegen haben mich am Seil gesichert, dann bin ich mit Alurollen zum Piloten runter", schildert Hatzenbichler. Im Anschluss daran seilten sich die beiden gemeinsam zum Boden ab.

Der gerettete Pilot meinte nach der gelungenen Rettung: "Ich konnte aus meiner sehr luftigen 'Ausblickkanzel' zusehen, wie die Rettungsmaßnahmen abgelaufen sind." "Im Grunde war's ein sehr schöner Flug. Ich hab' schon sehr viel gesehen, wusste, was alles passieren kann", so der 50-Jährige abschließend.

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