Mo, 20. November 2017

An Dschihad-Front

17.04.2014 17:00

Schülerinnen posten: „Der Tod ist unser Ziel“

Vier Tage lang sollen sich Sabina (15) und Samra (16) bereits in Syrien befinden. Allah habe sie gerufen, schreiben die Schülerinnen im Internet, und ihnen an der Dschihad-Front sogleich Ehemänner an die Seite gestellt. Die Familien der Mädchen sind nervlich am Ende, fürchten um deren Leben - und hegen mittlerweile Zweifel an der Echtheit der Postings.

"In sha Allah", also "wenn Gott will", tun sie alles. Zumindest ist das auf ihrem Internet-Blog zu lesen. Heiraten, kochen, shoppen - für den "Heiligen Krieg" trainieren. Die teils deutschen, bosnischen, arabischen Postings sind wirr, der Inhalt der Nachrichten erschreckend: "Wir fürchten nicht den Tod, der Tod ist unser Ziel", ist unter anderem in dem Blog zu lesen.  

"Am Anfang haben wir uns an diese Nachrichten geklammert", erzählt eine Verwandte der Schülerinnen. "Es ist seit einer Woche das Einzige, was wir als Lebenszeichen haben."

"Es gibt keine Spur zu ihnen"
Doch die Familie wird das Gefühl nicht los, dass ihre Kinder gar nicht die Möglichkeit haben, sich zu melden. "Es gibt keine Spur zu ihnen." Trotzdem hat sich Sabinas Vater auf den Weg gemacht, um die Mädchen zu finden. Doch die nimmt es laut Blog locker: Er habe keine Chance, lässt sie ihm ausrichten.

Während die Familie um das Wohl der Schülerinnen kämpft, gerät in Wien das Bosnische Islamische Zentrum im Bezirk Favoriten (Bild) als mögliche Rekrutierungsschule ins Visier des Verfassungsschutzes.

Das könnte Sie auch interessieren
Für den Newsletter anmelden