Di, 17. Oktober 2017

Neueste Masche

17.04.2014 09:49

Verkauf statt Adoption – so betrügen Hundehändler

Der Hundehandel in Österreich boomt - doch nicht nur skrupellose Vermehrer aus Osteuropa machen Geld mit wehrlosen Vierbeinern, sondern auch Einzelpersonen. Familie Nussbaum musste das auf die harte Tour lernen: Sie vermittelten ihre Hündin an eine junge Frau, im Glauben, das optimale Zuhause für immer gefunden zu haben. Doch die vermeintliche Tierfreundin verkaufte den Hund noch am selben Tag weiter - und ihr Vorgehen scheint System zu haben.

Vor allem durch das Internet ist Hundehandel kinderleicht geworden. Online-Verkaufsplattformen sind ein Umschlagplatz für Tiere der sogenannten Welpenmafia, die oft todkranke Modehunde wie am Fließband "produziert" und zu Schleuderpreisen in Österreich verkauft.

Betrugsmasche: Verkauf statt Adoption
Mit diesem schmutzigen Geschäft lässt sich offenbar gutes Geld verdienen - doch es geht auch anders. Die neueste Betrugsmasche scheint es zu sein, sich als Interessent für erwachsene Hunde auszugeben, die im Internet gratis vermittelt werden - diese werden dann gleich gewinnbringend weiterverkauft, statt sie wie vereinbart zu behalten.

"Hund zu verschenken"
Einem solchen Hundehändler ist Familie Nussbaum auf den Leim gegangen. "Wir haben unsere Cocker-Spaniel-Hündin 'Lara' auf Willhaben in der Rubrik 'Hund zu verschenken' inseriert. Bereits wenige Stunden später hat sich eine Dame bei uns gemeldet", erinnert sich Christopher Nussbaum.

"Interessentin" erzählte Märchen
Die Interessentin gab sich als Tiertrainerin aus, die Lara gerne zur Rettungshündin ausbilden wolle. "Guten Glaubens und unter der Voraussetzung, dass wir Lara jederzeit sehen dürfen, haben wir sie schweren Herzens abgegeben. Ohne einen Preis zu verlangen, da es uns wichtig war jemanden zu finden, bei dem es unserer Hündin gut geht."

Das böse Erwachen folgte schnell
Doch das böse Erwachen folgte schnell: Die Dame meldete sich nicht mehr und war nicht zu erreichen, die versprochenen Fotos blieben aus. Familie Nussbaum begann zu recherchieren und fiel aus allen Wolken: Die vermeintliche Tierfreundin ist nachweislich unter verschiedenen Namen im Internet unterwegs und kauft und inseriert reihenweise Vierbeiner. Auf Drängen räumte sie gegenüber Familie Nussbaum ein, Lara noch am Tag der Übernahme für 120 Euro an ein älteres Paar weiterverkauft zu haben.

Handeln hatte keine Konsequenzen
"Angeblich waren die 120 Euro eine Schutzgebühr und ein Kostenersatz für Impfungen und Chip - natürlich haben aber wir diese Kosten lange vor der Vermittlung schon getragen", so Christopher Nussbaum verärgert. "Wir konnten das ältere Paar zum Glück ausfindig machen, unserem Hund geht es bestens." Eine Anzeige habe die Polizei nicht aufnehmen wollen, so Nussbaum: "Weil wir keine Misshandlung am Hund nachweisen konnten." Es sieht also so aus, als könnte die Händlerin erst einmal unbehelligt weitermachen.

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