Di, 21. November 2017

Idee aus Brasilien

14.04.2014 12:28

Handy-App soll Zahl überfahrener Tiere verringern

Straßen sind für Tiere echte Todesfallen und kosten jedes Jahr unzählige Vierbeiner das Leben. In Brasilien soll nun eine Handy-App dabei helfen, die Opferzahlen auf der Straße zu minimieren. Die setzt auf "Crowdsourcing": Handynutzer machen Fotos von überfahrenen Tieren, die – mit GPS-Koordinaten versehen – an eine mit dem Thema betraute Organisation geschickt werden. Dort werden die Daten gesammelt, besonders gefährliche Straßenabschnitte identifiziert und Gegenmaßnahmen erdacht.

Allein in Brasilien verlieren jedes Jahr rund 475 Millionen Tiere das Leben, weil sie auf der Straße überfahren werden, berichtet das Technikportal "Gizmag". Eine neue App namens Urubu (Portugiesisch für Geier) soll die Opferzahlen nun senken. Erdacht wurde die Handy-App vom Centro Brasileiro de Estudos em Ecologia de Estradas (CBEE) – einer Organisation, die sich explizit mit Tieren auf der Straße beschäftigt. Die Organisation will mithilfe der über die App gesammelten Daten jene Stellen identifizieren, die für Tiere besonders gefährlich sind, und Gegenmaßnahmen einleiten.

Urubu-Fotos werden von Experten gesichtet
Die über die App eingesandten Fotos werden von CBEE-Experten gesichtet, welche die am häufigsten getöteten Tierarten – Echsen, Amphibien, kleine oder große Säuger – identifizieren und aus dem Datenmaterial errechnen, welche Tiere an welchen Stellen besonders gefährdet sind. Hat man erst genug Daten gesammelt, will man diese an Brasiliens Behörden übergeben, damit diese an den richtigen Stellen Wildschutz-Einrichtungen – etwa Tunnel, Zäune, Tempolimits oder Überführungen – bauen können.

Überfahrene Tiere sind Gefahr fürs Ökosystem
"Urubu erlaubt uns, zuverlässige Informationen aus ganz Brasilien in Echtzeit zu sammeln, sodass Regierungsbehörden, Manager, Unternehmen und Forscher die zeitlichen und räumlichen Auswirkungen von überfahrenen Tieren verstehen können", sagt Alex Bager, der Chef des CBEE. Die Probleme, die überfahrene Tiere verursachen, sind nicht zu unterschätzen. Kleine Tiere fehlen in der Nahrungskette, wenn sie überfahren werden, was auch größeren gefährdeten Tieren schaden kann. Und auch ihren Job als "Gesundheitspolizei" im Wald können überfahrene Kleintiere nicht erledigen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden