Sa, 18. November 2017

Erster Hit wird 40

12.04.2014 17:00

„Waterloo“ wurde für ABBA kein Waterloo

ABBA singen längst nicht mehr, das haben sie immer wieder klargestellt. Eine Milliarde Dollar soll den Schweden für ein Comeback angeboten worden sein, aber nicht einmal damit ließen sich Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid (Frida) locken. Nein, ABBA singen nicht mehr – aber sie lassen sich gerne besingen.

Vergangenen Montag stimmten mehr als 800 Fans aus aller Welt bei einer ABBA-Gala in der gewaltigen Turbinenhalle der Tate Gallery of Modern Art in London "Happy Birthday" an – für Frida und Björn, die gekommen waren, um sich für das 40-Jahre-Jubiläum ihres Durchbruchs feiern zu lassen.

Vier Jahrzehnte ist es mittlerweile her, dass die damals unbekannte Truppe aus Schweden in glitzernden Kostümen den Grand Prix de la Chanson gewann (kleines Bild) – und mit "Waterloo" einen Welthit landete. Und anschließend fast als One-Hit-Wonder wieder in der Versenkung verschwand...

Nur 1.200 Zuschauer bei erstem Wien-Konzert
In ihrer Heimat Schweden grassierte die sogenannte Progg-Bewegung, Aktivisten in Jesuslatschen, die alles verteufelten, was mit kommerziell leichter Popmusik zu tun hatte. Und der Rest von Europa machte es den vieren auch nicht leichter. Belgien hatte sie ja bereits beim Song Contest für die Annektierung ihres berühmten Kriegsschauplatzes Waterloo mit null Punkten abgestraft, und auch in anderen Ländern wartete niemand auf ABBA. Konzerte mussten abgesagt werden, in der Wiener Stadthalle wurden 1974 nur 1.200 von 5.600 Tickets verkauft.

In England erinnert sich ein früherer Plattenfirma-Mitarbeiter: "Sie wollten im Londoner Palladium spielen, aber ich war mir nicht einmal sicher, ob sie einen Bus hätten füllen können." Doch letztendlich wurde "Waterloo" für sie nicht zu ihrem Waterloo. Ein Hit folgte dem anderen, 1977 langten in der Royal Albert Hall 3,5 Millionen Ticketbestellungen für ein ABBA-Konzert ein – für nur 11.000 Plätze! Der kometenhafte Aufstieg, ihre sagenhafte Karriere mit fast 400 Millionen verkauften Tonträgern, aber auch der Bruch der beiden Ehepaare sind Musikgeschichte.

Quartett hat sich offiziell nie getrennt
"Es ist 32 Jahre her, dass wir auf der Bühne vor Menschen standen, die ABBA lieben", meinte Björn Ulvaeus nun diese Woche gerührt in London. "Ich kenne keine andere Band in der Popgeschichte, die sich getrennt hat – und kein Comeback feierte –, zu der trotzdem noch so viele Menschen kommen." Offiziell haben sich ABBA nie getrennt, nur eine Pause wollten sie damals einlegen. Die währt bis heute – doch ein Ende von ABBA ist nicht in Sicht. Frida: "Dass wir 40 Jahre überlebt haben, erfüllt mich mit purer Glückseligkeit!"

Zum Jubiläum ist nun ihr Best-of-Album "ABBA Gold" als Sonderedition mit drei CDs erschienen.

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