Mi, 18. Oktober 2017

Befreiung geplatzt

07.04.2014 08:50

Bulgarischer Zoo will „illegale“ Bären behalten

Eine von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" für vergangenen Mittwoch geplante, mit dem bulgarischen Umweltministerium abgestimmte Überführung zweier illegal gehaltener Bären in ein artgemäßes Gehege in Bulgarien ist im letzten Moment geplatzt. Die Tierschutzorganisation will jedoch weiter dafür kämpfen, eine tiergerechte Lösung für die Geschwisterbären "Standy" und "Boyka" zu finden.

Die beiden Bären werden nach Angaben der Tierschützer illegal in einem engen, finsteren und feuchten Betonkäfig in einem Mini-Zoo im Lesopark Lipnik in der Nähe der Stadt Ruse im Norden Bulgariens gehalten. "Sie stehen in ihrem eigenen Urin und haben daher chronisch entzündete Augen und Nasenschleimhäute, sind fehlernährt und zeigen aufgrund der Enge des Käfigs massive Verhaltensstörungen", so die "Vier Pfoten" in einer Aussendung.

Zoo hat längst keine Lizenz mehr
Der Zoo habe nach EU-Recht seit Jahren keine Lizenz mehr zur Haltung der Bären, heißt es weiter. Innerhalb einer Übergangsfrist hatte deshalb das Umweltministerium die Stadt Ruse mehrmals aufgefordert, die Haltungsbedingungen erheblich zu verbessern – jedoch ohne Erfolg. Aufgrund dessen hatte das Ministerium geplant, Standy und Boyka zu beschlagnahmen und die "Vier Pfoten" darum gebeten, die Bären gleich nach der Konfiszierung zu übernehmen.

Plötzlich weitere Frist zum Umbau gewährt
Die beiden Tiere sollten in den Zoo Dobrich überführt werden - dabei handelt es sich um den einzigen Zoo in Bulgarien, der über eine Bärenfreianlage verfügt, die den Qualitätsstandards der Tierschützer entspricht. Ein Experten-Team war schon mit zwei Bärenambulanzen auf dem Weg nach Ruse, als es völlig überraschend darüber informiert wurde, dass der Stadt eine weitere Übergangsfrist von einem halben Jahr gewährt wurde, um eine größere und bessere Anlage zu bauen.

Tierschützer glauben nicht an Verbesserungen
"Es ist aufgrund der Gesetzeslage völlig unverständlich, dass das Umweltministerium abermals eine Übergangsfrist gewährt", erklärt Carsten Hertwig, Leiter der Bärenprojekte bei den "Vier Pfoten". "Im Übrigen glauben wir nicht daran, dass die Stadt Ruse nun plötzlich und innerhalb kurzer Zeit ein bärengerechtes Gehege bauen wird. Wir erwarten vom Umweltministerium, dass es die Einhaltung des EU-Gesetzes durchsetzt, und werden uns weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, dass Standy und Boyka endlich ein artgemäßes Zuhause bekommen."

Prominente Unterstützung
"Die Bären sind in so schlechtem Zustand, dass man sofort handeln müsste", betont Schauspielerin Katerina Jacob, die bei der Rettung mitanpacken wollte. "Die Argumentation des Bürgermeisters von Ruse, die Kinder des Ortes würden weinen, wenn ihnen die Bären entzogen würden, ist an den Haaren herbeigezogen. Es treibt einem die Tränen in die Augen, diese armen Tiere in ihrem engen Käfig zu beobachten. Politische Aktionen werden auf dem Rücken der Bären ausgetragen. Alle Angebote unsererseits wurden abgelehnt, aber ich persönlich werde nicht aufhören, für die Rechte der Tiere zu kämpfen."

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