So, 19. November 2017

Gottschalk baff:

06.04.2014 13:59

„Hätte das Ding selbst an die Wand fahren können“

Das am Samstagabend verkündete Ende des Showklassikers "Wetten, dass..?" kam überraschend. Zwar stand das wohl bekannteste TV-Unterhaltungsformat im deutschsprachigen Raum schon seit Längerem in der Kritik und hatte mit fallenden Quoten zu kämpfen - dass es nun aber nur noch drei Ausgaben geben soll, quittierte etwa Ex-Showmaster Thomas Gottschalk in einer ersten Reaktion mit den Worten: "Dann hätte ich das Ding auch gleich selbst an die Wand fahren können..."

Gottschalk (63) habe bei einem Abendessen mit seinem Bruder Christoph durch einen Telefonanruf vom Ende seines ehemaligen "Babys" (er hatte zwischen 1987 und 2011 insgesamt 151 Ausgaben von "Wetten, dass..?" moderiert) erfahren. Die Nachricht habe ihm regelrecht die Sprache verschlagen, berichtete "Spiegel Online". Gottschalk sei "verblüfft" gewesen und habe nur gesagt: "Dann hätte ich das Ding auch gleich selbst an die Wand fahren können..."

Gottschalk mit Anfragen überschüttet
Gottschalk schrieb der Nachtrichtenagentur dpa am Sonntag schließlich ein E-Mail: Denn er werde mit Anfragen zum Ende von "Wetten, dass..?" überschüttet. Doch "weder Häme noch Besserwisserei sind jetzt gefragt", formulierte der 63-Jährige. Er könne eine leichte Wehmut nicht leugnen, finde aber im Moment keine rechten Worte. "Ich trauere, wie man so schön sagt, still. Und das will bei mir was heißen." Der Sager gegenüber "Spiegel Online" sei "dem spontanen Schock geschuldet".

Elstner: "Das geht an die Nieren"
Betroffen zeigte sich auch "Wetten dass..?"-Erfinder Frank Elstner (71): "Wetten, dass Ende! Das geht an die Nieren. Alles andere wäre gelogen!", verlautbarte der Moderator via Twitter. Der Unterhalter hatte die Sendung 1981 ins Leben gerufen.

Lanz: "Passt nicht mehr in die Zeit"
Moderator Markus Lanz (45) bedauerte indes, dass der dieses Jahr auslaufende ZDF-Klassiker mit der Entwicklung der TV-Landschaft nicht mehr Schritt halten habe können. Die Show sei etwas, "was das deutsche Fernsehen eigentlich dringend braucht. Aber offenbar passt es im Moment wahrscheinlich nicht mehr so richtig in die Zeit", teilte Lanz der ZDF-Agentur all4radio mit.

"Die Zeit ist doch ein bisschen kalt geworden, vielleicht kann man's so sagen", fügte er hinzu. Lanz bezeichnete die Show als "feine Familienunterhaltung" ohne "Zynismus" und "Sarkasmus".

ORF "muss das zur Kenntnis nehmen"
"Die Gründe, die das ZDF für den Ausstieg aus 'Wetten, dass..?' nennt, decken sich mit unseren Beobachtungen des internationalen Marktes. Die stabilen Quoten in Österreich konnten diesen Trend leider nicht aufhalten", kommentierte ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner gegenüber der APA das Aus für die Sendung. "Wirtschaftlich und programmstrategisch können wir als Co-Partner diese Entscheidung nachvollziehen und müssen diese zur Kenntnis nehmen."

Quoten-Plus von einer Million in Deutschland
Die jüngste Ausgabe der Show - die diesmal im Vorfeld besonders prominent in den Medien diskutiert wurde - hatte auf ORF eins mit durchschnittlich 495.000 Zusehern und 21 Prozent Marktanteil keine berauschenden Quoten. Im Gegenteil: Seit Anfang 2013 hatten nur das Open Air am 8. Juni und die Sendung vom 14. Dezember 2013 schlechtere Einschaltziffern.

Anders hingegen die Zahlen aus Deutschland: Das ZDF verzeichnete 6,84 Millionen Zuschauer (23,1 Prozent Marktanteil) und damit eine Million mehr als bei der Februar-Sendung, die mit 5,85 Millionen Zuschauern den Tiefpunkt in 33 Jahren "Wetten, dass..?"-Geschichte markiert hatte.

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