Mi, 22. November 2017

Flughafen-Zoll Wien

29.03.2014 12:06

Pillen, Seepferdchen und Co.: Aufgriffe gestiegen

Dass der Zoll am Flughafen Wien-Schwechat täglich alle Hände voll zu tun hat, um Drogen oder Tabakwaren noch rechtzeitig aus dem Verkehr zu ziehen und die illegale Einfuhr von teils lebenden Urlaubssouvenirs zu unterbinden, ist bekannt. Für das Jahr 2013 meldet das Finanzministerium allerdings einen Anstieg der Aufgriffe am Airport um 2,23 Prozent. Besonders die Einfuhr von lebenden artengeschützten Tieren wird zu einem immer größer werdenden Problem.

Bei 86.417 Kontrollen (minus 6,9 Prozent) wurden die Behörden insgesamt 4.999 Mal fündig. Entdeckt wurden dabei u.a. 181,75 Kilo Tabakwaren (81 Aufgriffe, was einem Plus bei den Aufgriffen von 61,9 Prozent gegenüber 2012 entspricht), 925.756 Stück Zigaretten (2.178 Aufgriffe, minus 4,6 Prozent) und nicht deklariertes Bargeld im Gesamtwert von rund 2,48 Millionen Euro (72 Aufgriffe, minus 39,2 Prozent). Zudem stießen die Zöllner auf rund 38,3 Kilogramm Suchtgift, mehr als 36 Kilo waren davon Cannabisharz.

Doch auch der Schmuggel von Medikamenten großteils fragwürdiger Herkunft wird nach wie vor stark betrieben. So wurden im Vorjahr insgesamt 40.270 Stück Arzneimittel (64 Aufgriffe, plus 25,8 Prozent) aus dem Verkehr gezogen - darunter u.a. auch 21.490 Potenzpillen aus Bangkok im April 2013.

Schmuggel von geschützten Arten gestiegen
Doch der illegale Importversuch von Tabakwaren, potenzsteigenden Pillen und Drogen ist längst nicht mehr das größte Problem der Zollbeamten. Vielmehr ortet das Finanzministerium einen alarmierenden Anstieg beim Versuch, geschützte Tierarten nach Österreich zu schmuggeln. So wurde im Vorjahr 77 Mal (plus 8,4 Prozent) gegen den Artenschutz verstoßen.

"Die Zahlen bestätigen, wie wichtig Zollkontrollen im Reiseverkehr sind. Hier geht es längst nicht mehr nur um den Schmuggel von Tabakwaren. Leider werden auch zunehmend lebende, artengeschützte Tiere transportiert. Ein Verstoß gegen das Artenschutzgesetz ist kein Kavaliersdelikt", kommentierte Finanzstaatssekretär Jochen Danninger die Zahlen.

Lebende Pflanzen, Kaviar und Seepferdchen
Unter anderem wurden 2013 fünf Seepferdchen, eine Schildkröte, 196 Kilogramm Steinkorallen, eine Braunbärtrophäe und 1,6 Kilogramm Kaviar entdeckt. 259 Mal fanden die Beamten darüberhinaus lebende Pflanzen wie Sträucher, Bäume, Weinreben und Palmen sowie Schnittorchideen und Weinblätter - insgesamt betrug das Gewicht der Pflanzen 467 Kilo.

Auch der Transport bzw. die Verstecke für die lebende Schmuggelware sind dabei alles andere als artgerecht. So entdeckte der Zoll im Vorjahr 60 Vögel aus Bali, die in Kartonrollen verpackt worden waren. Die Zollkontrollen bei der Einreise nach Österreich seien ein Schutz für Mensch und Tier, "denn die traurige Bilanz ist, dass die meisten Tiere die Reise nicht überleben sowie die Reisenden auch nicht beachten, dass damit Seuchen und Krankheiten nach Österreich eingeführt werden könnten", so Danninger.

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