Do, 19. Oktober 2017

Stress und Qualen

27.03.2014 08:41

Tierleid auf jährlichem Pferdemarkt in Polen

Der traditionelle Pferdemarkt im polnischen Skaryszew ist der größte seiner Art. Eingebettet in eine Art Volksfest wechseln dabei Hunderte Pferde ihre Besitzer - leider unter zum Teil grausamen Bedingungen. Der Markt zog bereits mehrfach die Aufmerksamkeit von Tierschützern auf sich: Misshandlungen der Pferde, Unfälle, kein Wasser für die gestressten Tiere und auch die Missachtung von Vorschriften zu den Transportbedingungen führten in der Vergangenheit zu zahlreichen Protesten.

Wenngleich es mittlerweile zumindest tierärztliche Kontrolleure vor Ort gibt, deckte die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" zahlreiche Missstände auf. Mitarbeiterin Nina Jamal: "Die Tiere wurden teilweise nicht nur nicht ausreichend getränkt und gefüttert, viele wurden auch grundlos geschlagen und getreten. Sie mussten stundenlang eng zusammengepfercht stehen, bevor sie brutal, unter Drahtpeitschenhieben, in die Transporter getrieben wurden."

Tierschützer beobachteten Missstände
Das Team der "Vier Pfoten" berichtet von vielen stark verängstigten und gestressten Pferden, die nassgeschwitzt in der Kälte ausharren mussten. Darunter sollen sich auch verletzte und kranke Tiere befunden haben, die tierärztliche Versorgung benötigt hätten, sowie Stuten, die von ihren Fohlen getrennt unter prallen Eutern zu leiden hatten.

Brutaler Transport voller Stress
Auch die Transportbedingungen seien miserabel und ein Verstoß gegen die EU-Direktive für Lebendtiertransporte gewesen. Jamal: "Die Transporter waren zu niedrig und zu klein - die Pferde konnten sich nicht aufrichten und standen viel zu eng nebeneinander, was großen Stress bei ihnen auslöste. Zudem wurden die Tiere auf brutale Art und Weise auf einer viel zu steilen Rampe in den Transporter getrieben."

Großteil der Pferde landet beim Schlachter
Der Großteil der Tiere wird direkt vom Pferdemarkt in Skaryszew in nationale und internationale Schlachthäuser gebracht, 75 Prozent der Schlachtpferde aus Polen gehen nach Italien. Polen zählt neben Brasilien, Argentinien und Mexiko zu den größten Exportländern von Pferdefleisch. Hauptabnehmer in Europa sind die Niederlande, Belgien, Frankreich und Italien. Auch Österreich exportiert und importiert Pferdefleisch aus Europa: So wurden etwa im Jahr 2012 rund 850 Tonnen Lebendgewicht für die Fleischerzeugung produziert, der Großteil der Pferde wurde jedoch im Ausland geschlachtet.

Tierschützer wollen "Tradition ohne Tierleid"
"Traditionen können auch ohne Tierleid gepflegt werden. Wir werden weiterhin versuchen, mit den polnischen Behörden in Kontakt zu treten, um eine bessere Behandlung der Tiere auf dem Pferdemarkt und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften durchzusetzen", meint Nina Jamal abschließend.

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