Do, 23. November 2017

Dank neuem Material

26.03.2014 14:06

Solar-Displays könnten bald Handys aufladen

Durch Zufall haben Forscher aus Singapur eine Möglichkeit entdeckt, mit der die kurze Akkulaufzeit moderner Smartphones künftig der Vergangenheit angehören könnte. Bei Experimenten mit einem neuartigen Material für Solarzellen namens Perowskit ist den Wissenschaftlern der Nanyang Technological University aufgefallen, dass der auch in transparenter Form verfügbare Wunderstoff Licht nicht nur absorbiert und in Strom umwandelt, sondern es unter gewissen Umständen auch abgibt. Den Forschern zufolge ebnet das den Weg für Solar-Displays, die Handys laden.

In der Solarbranche gilt Perowskit als Hoffnungsträger für die Zukunft. In Experimenten konnte damit einem Bericht des IT-Magazins "Gizmag" zufolge ein beachtlicher Wirkungsgrad von 15,6 Prozent erzielt werden. Dass das Material aber nicht nur Licht in Strom umwandelt, sondern auch Licht erzeugt, entdeckten die Forscher durch Zufall. Versuchsweise beleuchteten sie das Material mit einem Laser – und stellten erstaunt fest, dass das Licht des Lasers Perowskit hell aufleuchten lässt.

Perowskit geeignet für Flachbildschirm-Produktion
"Was wir entdeckt haben, ist, dass das Material unter Lichteinwirkung sehr langlebig ist, Lichtpartikel einfangen und in Strom umwandeln kann – und umgekehrt", erklärt Sum Tze Chien, einer der Physiker hinter dem Forschungsprojekt. Wenn man die Zusammensetzung des Materials – man kann es auch in transparenter Form herstellen – verändert, soll Perowskit zudem Licht in verschiedenen Farben abgeben können. "Das macht es geeignet für lichterzeugende Geräte, zum Beispiel Flachbildschirme", so Sum.

Ermöglicht Handy-Displays, die den Akku laden
In transparenter Form würde sich Perowskit so beispielsweise dafür eignen, Bildschirme für Mobilgeräte wie Tablets oder Smartphones herzustellen, die im Sonnenlicht den Akku aufladen. Im größeren Maßstab könnte man damit aber auch getönte Fenster herstellen, die während des Tages Strom aus Sonnenlicht erzeugen und nachts als beleuchtete Displays verwendet werden – praktisch beispielsweise bei Gebäuden wie Einkaufszentren. Perowskit könnte darüber hinaus auch bei der Laserherstellung verwendet werden, hoffen die Wissenschaftler.

Perowskit-Lichtemitter bereits zum Patent angemeldet
"Ein solch vielseitiges und trotzdem kostengünstiges Material wäre ein Segen für Niedrigenergiehäuser", sagt der Materialforscher Nripan Mathews, einer von Sums Kollegen, in einer Aussendung. Mathews zufolge arbeite man bereits daran, Perowskit für den Einsatz in großflächigen Solarzellen vorzubereiten. "Es ist ziemlich einfach, die Verfahren zu verändern, um Licht aussendende Geräte herzustellen", sagt er. Mathews, Sum und ihre Kollegen haben ihre Entdeckung zum Patent angemeldet. Sie haben Perowskit als Lichtemitter auch bereits im Fachmagazin "Science" vorgestellt.

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