Mo, 20. November 2017

Hilfspaket geschnürt

25.03.2014 13:37

Waldbrand in Tirol: Verursacher droht Gefängnis

Das Waldbrand-Inferno im Tiroler Absam hat eine Spur der Verwüstung über den Hochmahdkopf gezogen: 50.000 Hektar Fläche, darunter riesige Schutzwälder und Bergwiesen, wurden ein Raub der Flammen. Neben der Schreckensbilanz gilt es nun auch die "Schuldfrage" genau zu klären. Am Dienstag wurde zudem vom Land ein Hilfspaket in Höhe von rund drei Millionen Euro beschlossen.

Eine weggeworfene Zigarette hatte - wie berichtet - den Waldbrand ausgelöst. Tausend Helfer von Feuerwehr, Bundesheer und Bergretter standen drei Tage im Einsatz. Acht Hubschrauber flogen Löschwasser herbei. "Insgesamt wurden 2.000 Flugbewegungen verzeichnet", so Militärkommandant Herbert Bauer. Auch wenn das Gipfelkreuz auf wundersame Weise von den Flammen verschont wurde, bleibt dem Verursacher des Infernos eine Gerichtsverhandlung nicht erspart. Der junge Mann wurde auf freiem Fuß angezeigt.

Bis zu einem Jahr Gefängnis drohen
"Fahrlässige Herbeiführung einer Feuersbrunst nennt sich der Tatbestand. Der Strafrahmen beträgt bis zu einem Jahr Gefängnis", so Polizeikommandant Niederwieser zur "Krone". Zudem drohen Schadenersatzforderungen von mehr als einer Million Euro.

Doch Bürger und Einsatzkräfte bitten um Milde für den 18-Jährigen. Ohne seine Ehrlichkeit, sprich den sofortigen Anruf bei der Feuerwehr, hätte das Unglück einen weit schlimmeren Schaden angerichtet. Sogar Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sprach sich klar gegen mögliche Schadenersatzforderungen an den 18-Jährigen aus.

Land schnürt Hilfspaket
Die Tiroler Landesregierung beschloss in ihrer Sitzung am Dienstag ein Hilfs- und Maßnahmenpaket. Ersten Schätzungen zufolge gehe man von Gesamtkosten in Höhe von rund drei Millionen Euro aus, erklärte der Landes-Chef.

Tirol werde die Finanzmittel gemeinsam mit dem Bund bereitstellen, die Finanzierungsverhandlungen würden demnächst geführt, sagte Platter. Aufgrund der durch den Brand verursachten Entwaldung und der Zerstörung von Schutzbauten würden Erosion, Rutschungen und Lawinen drohen. Das Land sprach vom "bisher größten Waldbrand Tirols". Schutzwald und Lawinenschutzbauten sollen im Rahmen eines auf 15 Jahre angelegten Drei-Stufen-Planes so rasch wie möglich wieder hergestellt werden.

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