Di, 21. November 2017

Vierbeiner schuften

21.03.2014 11:06

Verein pflegt die Arbeitsesel von Mauretanien

Der Tierschutzverein "RespekTiere" betreibt bereits seit 2005 eine mobile Eselklinik im westafrikanischen Mauretanien. Dort, in der Hauptstadt Nouakchott, gibt es Schätzungen zufolge rund 100.000 Arbeitsesel, die von früh bis spät unfassbare Mengen an Gütern durch die Stadt schleppen. Den Eseln werden dabei Gewichte von bis zu einer Tonne aufgebürdet, sie schuften von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang.

Allen voran werden die Esel in Mauretanien - einem der ärmsten Länder der Welt - für den Wassertransport herangezogen, da es selbst in der Hauptstadt bis auf wenige Ausnahmen keine Wasserleitungen gibt. Tierärztliche Versorgung können sich die Eselhalter niemals leisten, gehören sie doch mit einem durchschnittlichen Einkommen von etwa einem US-Dollar pro Tag der einkommenschwächsten Bevölkerungsschicht an.

Verein führte Hufschmied-Beruf ein
"RespekTiere" beschäftigt mittlerweile vier Tierärzte und Tierarzthelfer und führte in Mauretanien den Beruf des Hufschmiedes ein. "Tatsächlich kannte man diese Art von Arbeit trotz der unsagbaren Dringlichkeit bisher noch nicht", so Obmann Thomas Putzgruber. Um dies zu ändern, brachte der Verein im Jahr 2012 die Salzburger Hufschmiedin Irmi Forsthuber zu einem Vor-Ort-Einsatz nach Mauretanien, die innerhalb weniger Tage einen Hufschmied anlernte.

"Das Tier, das man schlägt"
Das Grundproblem ist jedoch nach wie vor die Mentalität der Eselhalter. "Noch vor Kurzem wurde der Esel einfach 'das Tier, das man schlägt' genannt", so Putzgruber betroffen. Zu fressen bekommen die Tiere teils nur Kartonstücke (kleines Bild). Der Verein will neue Wege gehen, um die Einstellung der Menschen zu ändern, und verpackte kurzerhand tierschutzrelevante Koran-Suren in eine Radiowerbung - es entstand der vielleicht erste Tierrechtsspot Afrikas. "Die Menschen konnten über Monate hinweg von einem Iman hören, dass Allah Tiere gut behandelt sehen möchte – mit durchschlagendem Erfolg", freut sich Thomas Putzgruber.

Tierschutz ist auch Menschenhilfe
In Mauretanien ist die Versorgung der Esel gleichzeitig Hilfe für die Menschen, deren Existenzgrundlage die Vierbeiner sind. "RespekTiere" konnte sogar Arbeitsplätze schaffen: In einem Armenviertel werden von Frauen Halfter und Wundauflagen für die Tiere genäht, und so zahlreichen Familien eine sichere Einkommensquelle garantiert. "Ganz nach dem Motto 'Tierschutz ist bestenfalls immer auch Menschenhilfe' ist die Hilfsaktion für die Esel in Mauretanien unser größtes und erfolgreichstes Projekt", so Putzgruber abschließend.

Sie möchten den Verein "RespekTiere" und die Esel Mauretaniens unterstützen? Informationen und Spendenmöglichkeiten finden Sie unter www.respektiere.at.

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