Sa, 18. November 2017

Einsatz im Kosovo

21.03.2014 08:51

„Vier Pfoten“ retten illegal gehaltene Bärenbabys

Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" hat seit Kurzem drei Bärenbabys aus dem Kosovo in ihrer Obhut. Zuerst wurde ein sechs Wochen altes Weibchen entdeckt, das vergangenen Mittwoch von Polizeibeamten und Mitarbeitern des Umweltministeriums konfisziert wurde. Damit nicht genug: Am Mittwoch wurden zwei weitere Bärenbabys in derselben Region entdeckt.

Das kleine Bärenmädchen war im Alter von nur drei Wochen von einer Familie gekauft und in der Wohnung illegal gehalten worden. Die Polizei von Peja wurde auf den Fall aufmerksam, weil die Familie auf Facebook über den Erwerb und die Haltung des Tieres berichtet hatte.

Bärenbabys vermutlich Geschwister
Die beiden anderen Bärenjungen haben das gleiche Alter, daher wird vermutet, dass es sich um ihre Geschwister handelt. Klarheit darüber wird eine tierärztliche Untersuchung bringen. Alle drei Tiere wurden in den "Vier Pfoten"-Bärenwald in Prishtina gebracht. Dort kümmern sich nun Pfleger rund um die Uhr um die Kleinen, die die Namen "Ema", "Oska" und "Ron" erhalten haben.

Konsequenzen für Käufer und Verkäufer gefordert
"Umweltministerium und Polizei haben vorbildlich reagiert, indem sie die Bärenkinder sofort beschlagnahmt und uns benachrichtigt haben", erklärt Bärenexperte Carsten Herwig von den "Vier Pfoten". "Wir fordern, dass der Tierhändler, der die kleine Ema verkauft hat, gesucht und entsprechend zur Rechenschaft gezogen wird. Aber auch für die Familie, die das Tier illegal gekauft und gehalten hat, sollte es rechtliche Konsequenzen geben."

Private Bärenhaltung im Kosovo illegal
Im Kosovo ist die Privathaltung von Braunbären seit Herbst 2010 gesetzlich verboten. Im Jahr 2013 erbauten die "Vier Pfoten" ein Bärenschutzzentrum für die insgesamt 15 illegal gehaltenen Restaurant-Bären im Kosovo, den Bärenwald Prishtina. Die Tierschutzorganisation konnte mithilfe des kosovarischen Umweltministeriums, der Polizei und der KFOR 13 Tiere retten und in den Bärenwald bringen. Zwei Bären waren von ihrem Besitzer kurz vor ihrer geplanten Rettung getötet und auf einer Müllhalde entsorgt worden.

Bärenjunge erholen sich im Bärenwald
Carsten Hertwig ist entsetzt, dass nun erneute Fälle von illegaler Bärenhaltung bekannt wurden. Die Bären sind extrem jung. Sie wurden viel zu früh ihrer Mutter entrissen und schwebten dadurch sogar eine Zeit lang in Lebensgefahr. In der freien Wildbahn lebt ein Bärenjunges mindestens zwei Jahre bei seiner Mutter. "Die Kleinen haben etwas Katzenmilch getrunken und ein wenig Honig gefressen", berichtet Carsten Hertwig. "Sie wirken aber sehr gestresst, verängstigt und extrem geschwächt – Ema wiegt nicht einmal drei Kilogramm. Wir hoffen, dass die Rettung noch nicht zu spät kam und wir die kleinen Bären durch unsere fachliche Pflege und Betreuung so aufpäppeln können, dass sie überleben werden."

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