Mo, 23. Oktober 2017

"Ich bin gelaufen"

19.03.2014 09:15

Familie flüchtet vor Mure: Haus in Ktn demoliert

Bei einem Murenabgang am Fuße des Katschbergs in Kärnten ist eine Familie nur knapp einer Katastrophe entgangen. In letzter Sekunde konnten sich Mutter und Tochter ins Freie retten, bevor die Erdmassen mit voller Wucht auf das Haus trafen. "Ich bin einfach gelaufen", so die Tochter.

Das Unglück nahm am Montagabend gegen 17 Uhr in der Ortschaft Rennweg seinen Lauf. Die elfjährige Tochter war in ihrem Zimmer, ihre Mutter im kleinen Stall, der an das Einfamilienhaus angebaut ist. "Sie wollte die Melkmaschine einschalten, als sie einen Rumpler hörte", schilderte Ortsfeuerwehr-Kommandant Andreas Egger. Ein Stein war als Vorbote der riesigen Erdlawine herabgestürzt und hatte die Wäschespinne getroffen. Alarmiert von diesem Krach lief die Besitzerin zum Haus.

"Mure schoss durch die Fenster"
Zu diesem Zeitpunkt war Tochter Anna noch in ihrem Zimmer: "Meine Mutter hat an der Glocke geläutet, es gab noch einen lauten Rumpler und da bin auch ich ins Freie gelaufen." Dann trafen 250 Kubikmeter Erde das Einfamilienhaus mit voller Wucht - die Mure schoss durch die Fenster im Erdgeschoß, bis ins Badezimmer, in die Garage, in den Stall, wo wenige Sekunden zuvor noch die Besitzerin bei den Tieren gewesen war. "Wäre sie geblieben, hätte sie keine Chance gehabt", ist Egger überzeugt. "Zum Glück ist niemand verletzt worden." Ein Lamm und mehrere Hasen verendeten, die meisten Tiere kamen aber mit dem Leben davon.

Schmelzwasser löste Hangrutsch aus
Der Sachschaden ist enorm. Am Dienstag versuchten Arbeiter mit schwerem Gerät, das Haus "auszubaggern". Auch Freunde, Verwandte und Nachbarn halfen mit, das Gebäude von den Erdmassen zu befreien. "Im Parterre und im Keller steht der Dreck. Wenn du die betroffene Familie siehst, nimmt es dich sehr mit", erzählte Bürgermeister Franz Eder.

Die Ursache für den Hangrutsch dürfte Schmelzwasser gewesen sein, das sich in einem Riss im Steilhang oberhalb des Hauses gesammelt hatte. Laut dem Landesgeologen ist die Situation zwar derzeit stabil - "Nachbrüche" werden aber befürchtet. "Wir versuchen den Hang zu sichern", erklärte Egger.

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