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19.03.2014 08:26

Störche in Rust landen im Sommerquartier

Die Zeichen stehen auf warme Temperaturen und Kindersegen – schließlich hat das erste Storchenpaar in der Vorwoche sein Sommerquartier in Rust bezogen. "Nächste Woche erwarten wir die restlichen Paare", so Josef Karassowitsch, geschäftsführender Obmann des örtlichen Storchenvereins.

"Als der Verein vor 18 Jahren gegründet wurde, gab es zwei, drei Storchenpaare – heute sind es bis zu 16", erzählt er stolz. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter und der Ruster Tierarzt sorgen für die Instandhaltung der Nester und greifen ein, wenn die Tiere sich nicht mehr selbst helfen können. "Passiert etwa einem Elternteil etwas und der Verbliebene müsste alleine drei Junge versorgen, dann ziehen wir zwei davon in der Pflegestation groß", so Karassowitsch.

Störche brauchen dringend Hilfe
"Dort leben auch vier Pflegefälle, die nicht mehr fliegen können. Die sind das ganze Jahr über bei uns." Finanziert wird der Verein durch 420 Mitglieder, Veranstaltungen und die Unterstützung von der Gemeinde sowie von Künstlern wie Hans Söllner oder Kunsthaus-Chefin Catherine Sica. Dass Burgenlands Störche dringend Hilfe brauchen, berichtet auch die Leiterin der Storchenzählung bei "BirdLife", Eva Karner-Ranner: "Dort hat sich der Bestand seit den 1970er-Jahren von über 200 auf rund 100 halbiert und konnte nicht mehr aufgefüllt werden."

36 Jungtiere im Vorjahr
In Niederösterreich hingegen gab es dank des Zuwachses in den March-Thaya-Auen eine Verdoppelung des Bestandes auf über 100 Brutpaare. Momentan müsse man sich also vor allem um die Störche im Burgenland Sorgen machen, so die Expertin. Der Storchenverein Rust will dem Wappentier der Freistadt zu alter Stärke verhelfen. Über 36 Jungtiere durfte man sich dort im Vorjahr freuen, zwei weitere überlebten nicht. "Im Waldviertel und in Oberösterreich konnten im Vorjahr fast keine Jungvögel flügge werden", so Karin Donnerbaum, Leiterin des Weißstorchprojekts des WWF.

Wetter machte den Tieren zu schaffen
"Der Grund dafür war hauptsächlich das nasskalte Wetter im Juni. Die Jungen wurden dadurch oft mit weniger Nahrung versorgt oder sind aufgrund des nassen Gefieders erfroren. In den March-Thaya-Auen, an der Donau und im Nordburgenland gab es jedoch keine größeren Einbrüche. Wetterbedingte Verluste werden in guten Jahren wieder ausgeglichen – vorausgesetzt die Tiere finden noch genügend Lebensräume", so Donnerbaum.

Schutz der Lebensräume als Ziel
Dafür kämpft sowohl der WWF in den March-Thaya-Auen, als auch der Storchenverein Rust. "Die Störche brauchen Überschwemmungswiesen, auf denen sie genügend Nahrung für die Jungen finden – diese werden immer noch trockengelegt oder umgebrochen. Andere artenreiche Wiesen, die genügend Nahrung bieten, werden immer seltener. Viele Störche, vor allem Jungtiere, verunglücken auch an Stromleitungen. Deswegen ist der Schutz der einzelnen Horste, aber auch der Schutz dieser Lebensräume für den Weißstorch überlebenswichtig", so Donnerbaum.

Und Josef Karassowitsch ergänzt: "Wir sind dahinter, dass die Bauern in der Umgebung ihre Wiesen mähen. Außerdem haben wir elf Hektar Weidegebiet gepachtet." Damit der Storch auch weiter die Kinder bringen kann – ob die der Menschen oder seine eigenen.

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