Mo, 20. November 2017

Klug versichert

18.03.2014 18:01

Verschwinden eines Fliegers in Ö „nicht möglich“

Das Verschwinden von Flug MH370 hält die Welt weiter in Atem. Blieb die Suche nach der malaysischen Boeing 777 bisher ergebnislos, sind mittlerweile auch Fragen an das Bundesheer herangetragen worden, wie es denn um die heimische Luftraumüberwachung bestellt ist. Am Dienstag hat Verteidigungsminister Gerald Klug deshalb versichert: "Das Verschwinden eines Flugzeugs ist in Österreich nicht möglich."

Auch wenn man beim heimischen Militär stolz auf die lückenlose Kontrolle ist, über geheime Informationen aus Fernost zu Flug MH370 verfüge man laut Klug nicht. "Ich wusste, dass diese Frage kommen wird. Nein, wir wissen nicht, wo die verschollene Maschine ist", meinte der Ressortchef schmunzelnd zur entsprechenden Vermutung eines Journalisten.

Zum Verschwinden der malaysischen Boeing konnte auch Brigadier Rupert Stadlhofer naturgemäß keine wesentlichen Aussagen treffen. Das dortige Militär habe landgestützte Radaranlagen mit einer Reichweite von etwa 400 Kilometern - und nach dieser Strecke sei Flug MH370 von den Schirmen verschwunden. Das Militär sieht nicht weiter auf das Meer hinaus.

51 Alarmstarte für Eurofighter im Vorjahr
In Österreich gab es im Vorjahr 76 Fälle eines sogenannten Com-Loss, bei dem die Kommunikation mit einer Maschine abgebrochen war. 51 Mal davon gab es einen Alarmstart der Eurofighter, um die Situation zu klären und die Identität des Flugzeugs festzustellen. Jet-Pilot Major Andreas Huemer versicherte, dass seine zivilen Kollegen sehr schnell die richtige Frequenz finden, wenn plötzlich sein Abfangjäger neben dem Cockpit auftaucht. Zur Landung musste man bisher noch niemanden zwingen.

Brigadier: Unterfliegen des Radars nicht möglich
Doch dieses Vorgehen ist erst der letzte Schritt in der Kette der Luftraumüberwachung. Wohl wichtigstes Element sind die drei stationären Radaranlagen der "Goldhaube", die laut Brigadier Stadlhofer bis zu 500 Kilometer zu den Nachbarn hineinreichen. "Wir sehen bis Stuttgart, in die Ukraine und bis nach Sarajevo." Dies sei auch notwendig um entsprechende Vorlaufzeit für einen möglichen Einsatz zu haben. Sechs mobile Tiefflugerfassungsradareinheiten tun genau das, was ihr Name verrät. Ein Unterfliegen sei dadurch nicht möglich.

Gemeinsam mit den zivilen Einrichtungen, die über die Transponder auf die Informationen der kommerziellen Maschinen angewiesen sind, ergibt sich demnach ein Gesamtbild des heimischen Luftraums, das sogenannte Recognized Air Picture, das im Military Control Center beobachtet und laufend ausgewertet wird.

Reger Info-Austausch zwischen ziviler und militärischer Welt
Zwischen ziviler und militärischer Welt herrscht hier ein reger Informationsaustausch. Wissen beide nicht über ein Flugzeug Bescheid, erfolgt ein Alarmstart zweier Eurofighter, denen dann auch der Weg zum Einsatzort freigemacht wird. Dies ist zwar laut Stadlhofer im Durchschnitt nur einmal pro Woche notwendig, aber jeden zweiten Tag bricht die Kommunikation mit einer Maschine ab, fehlt eine Überfluggenehmigung oder wird ein Sperrgebiet verletzt.

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