Mo, 20. November 2017

Australien tobt

17.03.2014 11:37

Ricciardos Disqualifikation „große Farce“

Mit Unverständnis haben sein neues Formel-1-Team Red Bull und die australische Öffentlichkeit auf die Disqualifikation von Lokalmatador Daniel Ricciardo im Grand Prix von Australien reagiert. Der 24-Jährige war am Sonntag in seinem Heimrennen sensationell auf Platz zwei gefahren, wurde aber wegen eines zu großen Benzinflusses disqualifiziert. Red Bull hat wegen ungenauer Messgeräte Berufung angekündigt.

"Große Farce", titelte die Boulevardzeitung "Herald Sun" am Montag. "Freude, dann Leid. Es war ein kontroverser Start in eine neue Formel-1-Ära." Red Bull ist sich sicher, dass sich die Durchflussmenge im legalen Bereich von weniger als 100 Kilogramm pro Stunde bewegt hat. "Die Messgeräte sind unzuverlässig. Wir denken, dass unser Sensor defekt war", erklärte Teamchef Christian Horner.

Nach Red-Bull-Kalkulation war alles okay
Die Geräte kommen von einem Einheitshersteller und werden den Teams von der FIA zur Verfügung gestellt. Sie haben seit ihrer Einführung in diesem Jahr immer wieder Probleme bereitet. "Nach unserer Kalkulation war alles in Ordnung", betonte Horner. "Es gab keine Varianz." Daher habe man im Rennen auch nicht auf den Hinweis der Rennleitung reagiert, die Durchflussmenge zu drosseln.

"Wir hätten dadurch enorm an Leistung verloren", erinnerte Horner. "Wir würden in eine Situation kommen, in der die Einstellung eines Sensors entscheidet, wer konkurrenzfähig ist und wer nicht." Die Ankündigung eines Protestes ist eingebracht. Sollte der formelle Einspruch folgen, werden die FIA-Regelhüter erst in einiger Zeit über das endgültige Rennergebnis entscheiden.

Disqualifikation Thema Nummer eins in Australien
In Melbourne war die Bestrafung von Ricciardo am Tag danach das große Thema. "Die Zeitungen waren dank des Rennen schon in der Früh alle ausverkauft", sagte der Besitzer eines Minimarktes in der Nähe der Rennstrecke im Albert Park. "Es ist unglaublich, was mit Daniel passiert ist." Der Youngster ist sich bereits in seinem ersten Rennen für das Topteam Red Bull in die Herzen der Fans gefahren.

Auf dem Podest wischte sich Ricciardo eine Träne aus dem Auge. Von der Unterstützung seiner Landsleute war er überwältigt. "Es gibt einen neuen Lokalhelden", meinte die "Herald Sun". Nahtlos hat er von seinem Vorgänger Mark Webber übernommen, der es in zwölf Anläufen zu Hause nie auf das Podest geschafft hat. "Der Australier beweist, dass er ein würdiger Ersatz für Webber ist", lobte die Zeitung "The Age".

Noch vor einer Woche war der Sonnyboy aus Perth der breiten Öffentlichkeit nicht wirklich bekannt. Ricciardos bestes Ergebnis für das Red-Bull-Zweitteam Toro Rosso war ein siebenter Platz gewesen. Nun leidet ein ganzes Land mit ihm. "Die Fans drehen den Motor hoch für unseren Dan", schrieb die "Herald Sun". Australien hat ein neues Formel-1-Idol - ob mit oder ohne Disqualifikation.

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