Mo, 23. Oktober 2017

Personalengpass

16.03.2014 16:38

Gewerkschaft: „Management hat Post kaputtgespart“

Der Unmut über den sinkenden Personalstand bei der Post hält weiter an, am Sonntag hat sich die Postgewerkschaft erneut auf das Management eingeschossen. "Während der Vorstand diese Woche über eine Rekord-Bilanz gejubelt hat, sind auf den Postämtern und bei der Zustellung Hunderte Posten unbesetzt", kritisierte Gewerkschaftschef Helmut Köstinger. Dies führe zunehmend zu langen Warteschlangen in den Postämtern und zu Problemen bei der Zustellung. "Das Management hat die Post kaputtgespart", so Köstinger. Als "absoluter Unfug" wurde die Kritik von der Post umgehend zurückgeweisen.

Anlass für die neuerliche Kritik der Gewerkschaft am Vorstand der Österreichischen Post sind Pläne, noch weitere Arbeitsplätze einsparen zu wollen. So hieß es in der Aussendung der Postgewerkschaft am Sonntag, dass zwar ein groß angelegter Personalabbau diese Woche öffentlich in Abrede gestellt wurde. Intern sei aber immer noch von der Streichung einiger Hundert Posten pro Jahr die Rede. "Dafür gibt es null Spielraum", warnte Köstinger nun.

Zustellgebiete binnen fünf Jahren nahezu verdoppelt
"Früher konnten Personalengpässe intern ausgeglichen worden. Durch eine Reihe von Management-Fehlentscheidungen ausgerechnet in diesen kundennahen Bereichen, ist jetzt aber die Grenze erreicht und teilweise sogar überschritten", so der Postgewerkschaftschef. Demnach haben sich die Zustellgebiete für die Briefzusteller in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdoppelt - während zugleich von den einst 2.200 Postämtern seit Beginn der 2000er-Jahre über 1.700 Filialen zugesperrt wurden.

Köstinger: "Kundenströme völlig falsch eingeschätzt"
Die geschlossenen Postämter wurden seither durch "Post-Partner" ersetzt, "die Kunden gehen aber jetzt nicht wie erhofft zum Greißler wenn sie etwas von der Post benötigen, sondern ins nächste Postamt, das noch offen hat", so Köstinger. Das sei der Grund, warum Kunden heute in den Postämtern weit länger warten müssten als früher. "Die Kundenströme wurden völlig falsch eingeschätzt". Die Zahl der Kundenbeschwerden hat sich nach den Rückmeldungen bei der Postgewerkschaft "in den vergangenen Monaten stark erhöht".

Post weist Gewerkschaftskritik zurück: "Absoluter Unfug"
Die Post wies die Kritik der Gewerkschaft an einer "vermeintlich dünnen Personaldecke" umgehend zurück. "Die Post hat keinen Personalmangel und ist mit ihren Personalreserven gut aufgestellt", sagte Post-Sprecher Michael Homola. Auch die Aussagen der Gewerkschaft zu langen Kundenschlangen, sinkender Kundenzufriedenheit und "Hunderten unbesetzten Positionen" seien "absoluter Unfug". Homola sieht die Gewerkschaftskritik durch die nahenden Personalvertretungswahlen motiviert. Laut unternehmenseigenen Erhebungen verringern sich die Wartezeiten für Postkunden und die Zufriedenheit steigt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).