Do, 19. Oktober 2017

Zueinander finden

25.03.2014 16:05

Tipps für eine erfolgreiche Paartherapie

Wenn eine Beziehung längerfristig in einer schwierigen Phase ist oder man begonnen hat, sich auseinanderzuleben, kommt oft der Gedanke an eine Paartherapie auf. Doch häufig hat zumindest einer der Partner Zweifel, was diese wirklich bringen kann.

Was passiert bei der Paartherapie?
Bei einer Paartherapie wird mit Unterstützung eines Therapeuten versucht, wieder eine gemeinsame Basis in der Beziehung zu finden und festzustellen, ob bzw. wie man miteinander weitermachen kann. Die Erfolgsaussichten sind recht gut: Etwa drei Viertel aller Paartherapien enden damit, dass die Beziehung weitergeführt wird.

Zu Beginn sollte man sich auf einen Zeitraum einigen, bis wann man der Paartherapie eine Chance auf Erfolg geben möchte. In der Regel sollte dies maximal ein Jahr sein. Üblich sind Sitzungen im Abstand von einer bis zwei Wochen, die Kosten bewegen sich ab 70 Euro aufwärts.

Der Therapeut versucht zunächst, die Ausgangslage aufzuarbeiten. Was empfinden beide Partner, was ist der Grund für die Paartherapie? Wo sind oder waren die Stärken der Beziehung, wo sind die Schwächen? Man geht gemeinsam zurück an den Beginn der Beziehung, ergründet, warum man sich für einen gemeinsamen Weg entschieden hat und was sich im Laufe der Zeit verändert hat. Auch wird das eigene Selbstverständnis jedes Partners in der Beziehung erforscht und die Wahrnehmung des anderen aufgearbeitet. Dann wird meist begonnen, an den konkreten Problemen zu arbeiten. Die Paare bekommen dazu Aufgaben bis zur nächsten Sitzung gestellt, die dabei helfen sollen, die festgestellten Problembereiche anders wahrzunehmen bzw. schrittweise zu beseitigen.

Wie hat die Therapie eine Chance zu funktionieren?
Beide Partner sollten sich darauf verständigen, sich auf die Anleitungen des Therapeuten einzulassen, auch wenn man möglicherweise Zweifel hat, ob diese funktionieren. Es ist für die meisten Paare eine neue Erfahrung, mit jemand neutralem Dritten über Gefühle und Wahrnehmungen zu sprechen. Oft ist Letzteres alleine schon schwierig, da man sich über seine eigenen Emotionen und Gedanken nicht im Klaren ist. Es kann daher durchaus sehr emotional werden, in Sitzungen sein Innerstes nach außen zu kehren und umgekehrt die Reaktion des anderen verarbeiten zu müssen. Offen zu sein ist die Grundvoraussetzung für ein Funktionieren der Therapie.

Will ein Partner nicht an der Therapie teilnehmen, sind die Rahmenbedingungen sehr schwierig, denn meist werden dann auch die Anleitungen des Therapeuten nicht befolgt und als "unnötiger Humbug" abgetan. Oft kommt dann auch die Frage, was denn die Therapie überhaupt bringen soll und warum man sich diese "antun" sollte. Die Antwort ist recht einfach: Weil einem der Partner wichtig ist und man ohne diesen Schritt keine gemeinsame Zukunft sieht.

Ein Kompromiss kann so aussehen, dass man einander vier oder fünf Sitzungen Zeit gibt und der widerwillige Partner sich überwindet, mitzumachen. Nach dieser Zeit kann man gemeinsam entscheiden, wie es weitergehen soll. Eine Möglichkeit kann auch eine Einzeltherapie sein. Diese hilft für ein besseres Selbstverständnis der eigenen Emotionen und Situation und kann daher ebenfalls Verbesserungen bringen.

Sind Sie sich nach einigen Sitzungen nicht sicher, ob die Therapie etwas bringt, sollten Sie zunächst einen anderen Therapeuten ausprobieren. Denn möglicherweise stimmt einfach die Chemie nicht und man kommt deshalb nicht weiter. Bleibt dieses Gefühl auch bei einem anderen Therapeuten, sollten Sie langsam aber sicher der Wahrheit ins Auge blicken: Eine Therapie kann schlussendlich auch dafür gut sein, eine friedliche Trennung zu schaffen.

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