Mo, 11. Dezember 2017

Wirbel vor Prozess

14.03.2014 08:46

Knochenjäger lädt mit Plakat zum "Leichenschmaus"

Immer schauerlichere Züge nimmt der Fall jenes Sammlers aus dem Südburgenland an, der - wie berichtet - 56 Totenschädel und 55 Knochen aus einem Gebeinhaus entwendet und zu Hause gehortet hatte. Am Montag steht der 47-Jährige vor Gericht. Im Vorfeld zeigt sich der Angeklagte allerdings wenig reumütig. So hängt er Plakate mit seinem Konterfei auf, um auf die Verhandlung samt anschließendem "Leichenschmaus" aufmerksam zu machen.

Die skurrile Geschichte des Mannes aus Oberwart sorgte im Sommer 2013 für Schlagzeilen in aller Welt. Der Sammelwütige hatte am 7. Juli drei Schädel sowie zwei Oberschenkelknochen bei seinem Stand am Trödelmarkt angeboten und so das Interesse der Polizei auf sich gezogen. Bei einer Nachschau im Haus des Südburgenländers staunten die Beamten nicht schlecht, als sie dort auf die Vielzahl an Knochen und Totenköpfen stießen. Der Knochensammler wurde daraufhin angezeigt.

Prozess am Montag
"Ich habe die Gebeine und Totenschädel aus dem Karner in Maria Weinberg geholt, um sie zu retten und in meinem Privatmuseum aufzubewahren", beteuerte der 47-Jährige stets. Die Gebeine sind mittlerweile wieder eingesegnet worden. Unauffindbar ist hingegen ein großes eisernes Kreuz. Doch nicht nur deshalb muss sich der Beschuldigte am Montag vor Gericht verantworten. Auch Cannabis und eine illegale Waffe wurden bei ihm gefunden.

Plakate an Litfaßsäulen und in Lokalen
Vor der Verhandlung sorgt der Sammler allerdings erneut für reichlich Wirbel. So hängen in Oberwart derzeit "Wanted"-Plakate mit dem gezeichneten Konterfei des Mannes an Litfaßsäulen und in Lokalen. Unterhalb der Zeichnung sind neben der Ankündigung des Prozesses mit Datum, Uhrzeit und Verhandlungssaal auch provokante Zeilen zu lesen, die erahnen lassen, dass sich der 47-Jährige nur bedingt seiner Schuld bewusst ist: "Angeklagt wegen Verstoßes gegen das Strafrecht, anarchistischer Tendenzen, versuchter subversiver Kunst, Anstiftung zu sozialem Handeln, Verführung Volljähriger, Verbreitung von Loyalität und Ungehorsam." Besonders makaber: Nach dem Prozess lädt der Südburgenländer auch noch zum "Leichenschmaus".

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