Di, 21. November 2017

Handy weggenommen

14.03.2014 16:57

OÖ: 13-Jährige sticht sich mit Messer in den Bauch

Wahnsinnstat einer 13-Jährigen in Oberösterreich: Weil ihr die Mutter nach einem Streit das Handy abnahm, stach sich die Schülerin ein 20 Zentimeter langes Messer in den Bauch. Das Mädchen wurde mit dem Hubschrauber ins Spital eingeliefert.

Der dramatische Vorfall ereignete sich am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr im Bezirk Braunau. Mutter und Tochter waren in einen heftigen Streit geraten, die 33-Jährige nahm der Schülerin daraufhin das Handy ab und verließ wenig später die Wohnung. Offenbar als Trotzreaktion ging das Mädchen in die Küche, holte ein Messer und stach es sich kurzentschlossen in den Bauch.

Nach der blutigen Tat alarmierte die Schülerin noch selbst die Rettung. Die 13-Jährige wurde mit dem Hubschrauber ins LKH Salzburg geflogen und kam in den Schockraum. Von dort gab es am Tag nach dem Drama die erlösende Nachricht: Das Mädchen ist nicht in Lebensgefahr und wird wieder vollkommen gesund.

Experte: Entzugserscheinungen ohne Handy
In der Siedlung, in der die Familie lebt, sind alle über diesen Vorfall bestürzt: "Furchtbar, dass so was passiert ist." Dass Kinder und Jugendliche regelrecht süchtig nach ihren Smartphones sind, ist mittlerweile die Regel, weiß Harald Schindelka vom OÖ-Landesschulrat. "Unzählige Male am Tag schauen sie auf ihr Handy, weil sie fürchten, etwas zu verpassen. Eine Schülerin berichtete, dass sie täglich bis zu 500 Nachrichten per SMS oder WhatsApp bekommt."

Wird das Handy zur Sucht, bekommen die Kids bei Handyverbot auch Entzugserscheinungen, weiß Suchtexperte Kurosch Yazdi von der Landesnervenklinik Wagner Jauregg in Linz: "Die Jugendlichen leiden dann an Nervosität, haben Angst, Freunde zu verlieren, wenn sie ein paar Stunden nichts posten, und werden so impulsiv, dass auch so eine extreme Verhaltensweise vorkommen kann."

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