Do, 23. November 2017

Berger im Wordrap

10.03.2014 16:43

„Nur der Sound der Autos ist nicht mehr aggressiv“

Sein Skiunfall, bei dem er sich letzte Woche einen Oberarmbruch zugezogen hat, ist für Gerhard Berger "Schnee von gestern" – jetzt blickt der zehnfache GP-Sieger mit Argusaugen zum Formel-1-Auftakt nach Melbourne. Im "Krone"-Wordrap analysiert der Tiroler die wichtigsten Fragen vor der Startflagge in Australien.

Krone: Vorweg, dein Skiunfall und die Folgen?
Gerhard Berger: Mir geht's gut. Man hat die Knochen mit zwölf Schrauben und einer Platte zwischen Handgelenk und Schulter fixiert. Aus Erfahrung weiß ich, dass es jetzt schnell wieder heilt. Für mich Schnee von gestern.

Krone: Neue Technik mit Turbomotoren und Hybridsystem?
Berger: Ich hab immer gesagt, das ist alles zu komplex, vielleicht sogar zu gefährlich, für die Show nicht gut. Ich war sehr skeptisch. Aber nach den Tests in Bahrain musste ich meine Meinung komplett revidieren. Das ist Formel 1 pur. Technisch extrem herausfordernd, die Autos haben beim Beschleunigen mächtig Dampf dahinter. Nur der Sound ist vielleicht nicht mehr so aggressiv. Aber er ist gut.

Krone: Angst vor Dramen?
Berger: Sagen wir so. Die Rennen werden – auch durch das Treibstoffsparen – sicher unvorhersehbarer. 2013 hast du zur Mitte eines Grand Prix gewusst, wer gewinnt, weil nichts kaputt wird. Heuer aber ist es so, dass, wenn in diesem komplexen Antriebsstrang nur der kleinste Fehler auftritt, das Auto steht. Es wird Dramen geben. Technisch ist diese Formel 1 super und wird auch eine ganz tolle Show.

Krone: Weltmeister Red Bull stürzt vom Himmel?
Berger: Das Team befindet sich in einer gewissen Abhängigkeit von Renault. Ganz klar, die Franzosen haben etwas verschlafen. Da gibt's keine Diskussion. Erst wenn die Probleme aussortiert sind, geht's aufwärts. Daher habe ich sie in den ersten drei Rennen nicht auf der Siegerliste, aber: Red Bull darf man nie unterschätzen. Da arbeiten die gleichen Leute, die vier WM-Titel in Folge gewonnen haben, die finden ganz schnell aus dieser Krise.

Krone: Die Sterne strahlen?
Berger: Ja, auch für mich ist Mercedes in der stärksten Position. Die haben punkto Antriebsstrang und Chassis einen tollen Job gemacht. Gegenüber Renault ist der Vorsprung gewaltig. Ich denke, Mercedes arbeitet in der Motorenentwicklung viel kompromissloser.

Krone: Die Mercedes-Jäger?
Berger: Zu Saisonbeginn sehe ich da Ferrari und McLaren, die ganz große Überraschung kann aber das Williams-Team werden.

Krone: Doppelte Final-Punkte?
Berger: Aus sportlicher Sicht kompletter Blödsinn. Aus kommerzieller Sicht aber wahrscheinlich ganz gut.

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