Sa, 18. November 2017

16 Pfoten für Julian

10.03.2014 09:05

Schlittenhundesportler erfüllte Buben großen Traum

Einmal mit dem Hundeschlitten fahren und nicht nur mit-, sondern selber lenken! Das ging für einen fast blinden Buben aus Gratwein jetzt in Erfüllung.

"Matte!", "Frei!", "Steh!" – Signale wie diese, die bremsen und so etwas wie "Gas geben" bedeuten, schallen durch den schönen Wald hier heroben auf der Hebalm. Kommen aus dem Nebel. Alex Serdjukov, unterwegs auf einem Skidoo, ruft sie seinem kleinen Schützling hinter sich zu. Der ganz allein einen Hundeschlitten lenkt. Dabei grinst übers ganze Gesicht, immer wieder laut herauslacht und vor Freude die Faust in die Luft reckt.

Schlittenfahrt als Herzenswunsch
Souverän steht der Julian auf dem Schlitten, schmiegt sich in die Kurven, bremst, wenn nötig, vertraut seinem Zurufer – und den vier Hunden. Vertraut ihnen blind – und das ist in diesem Fall tatsächlich so. Der kleine Julian, der am 10. März zwölf wird, sieht nur ein bisschen hell und dunkel. Von Geburt an. "Und er hat sich eine solche Fahrt mit den Hunden so gewünscht", erzählt Mama Carmen Gimplinger. "Seit er den Alex auf dieser Expedition zum Südpol mitverfolgt hat." Nachsatz: "Ich bin so glücklich, dass er meinem Buben das ermöglicht hat!"

"Der Julian schafft das"
"Ich erlebe ziemlich oft, dass Menschen mit einem Handicap sich nicht allzu viel zutrauen", sagt Alex Serdjukov, Europameister im Schlittenhundesport, Anbieter der Huskycamps auf Hebalm und Gaberl, die von Kindern regelrecht überrannt werden. "Dabei: Sie können so viel, wenn sie sich nur trauen! Es sich zutrauen!" Und deswegen war es für den sympathischen Steirer klar, dass er den Buben nicht nur mitnehmen würde auf die Schlittenfahrt. sondern ihn selber lenken lässt. Obwohl er nichts sieht. "Der Julian schafft das", das bezweifelte Alex keine Sekunde. Ein unbezahlbares Geschenk, dieser "Boost" für das Selbstbewusstsein...

Eine unvergessliche Fahrt
Und nach Einführung und Proberunden mit dem Skidoo brachte Julian diese Fahrt hinter sich. Sogar die erfahrenen Hunde, "Syra", "Kaya", "Akyra" und "Casia", so schien es, bemerkten, dass viel von dieser Fahrt abhängt. Eine Fahrt, die der kleine Bub aus Gratwein nicht so schnell vergessen wird. Wenn überhaupt. Was natürlich noch dazu kam: eine Runde Schmusen mit den sehr menschenbezogenen Huskys.

"Gänsehaut vor Rührung"
Da kann Julian noch einmal stolz auf sich sein, seine Ängste überwunden zu haben. Seit der blinde Bub unerwartet von einem Vierbeiner angesprungen und umgeschmissen wurde, hatte er nämlich ein kleines Trauma. "Aber das ist jetzt vorbei", so der selbstbewusste Kleine. "Ich liiiebe Hunde. Und die Fahrt war suuuper." Auch Alex war gerührt: "Das war eins meiner schönsten Erlebnisse. Ich hatte echt Gänsehaut vor Rührung."

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