Mo, 23. Oktober 2017

Schlag auf Schlag

08.03.2014 14:58

4 Sprayer von Wiener Polizei in flagranti ertappt

Nun geht es Schlag auf Schlag in der Wiener Sprayerszene: Nachdem am Donnerstag für den mutmaßlichen Graffitisprayer "Puber" in einer WG die Handschellen geklickt hatten, wurden am Freitagabend vier weitere Sprayer von der Polizei in flagranti ertappt und festgenommen. Unter ihnen befindet sich auch ein 23-Jähriger, nach dem bereits per Haftbefehl gesucht worden war. Rund 300 Fälle von Sachbeschädigungen sollen insgesamt auf das Konto des Quartetts gehen.

Die vier Burschen im Alter zwischen 17 und 24 Jahren - ein Wiener und drei Briten - hatten sich in den frühen Abendstunden bei einer Wartungshalle der Wiener Verkehrsbetriebe in der Schnirchgasse im 3. Bezirk eingefunden und mit ihren Spraydosen ans Werk gemacht.

Als das Quartett gerade eine abgestellte U-Bahngarnitur mit den Schriftzügen "GN" und "T-BAG" besprühte, wurde es auf frischer Tat von Ermittlern des Landeskriminalamts und Polizeibeamten der EGS, der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität, ertappt. Die Wartungshalle wird immer wieder von Sprayern aufgesucht - deshalb hat die Polizei stets vorsorglich ein Auge darauf, erklärte Polizeisprecher Thomas Keiblinger am Samstag.

23-Jähriger per Haftbefehl gesucht
Die vier Burschen nahmen Reißaus und rannten davon, die Beamten nahmen die Verfolgung auf. Weit kam das Quartett nicht - nach einigen Metern konnten die Burschen allesamt von den Polizisten eingeholt und festgenommen werden. Die Beamten stellten bei den Verdächtigen eine Stahlrute sowie Pfefferspray sicher, am Tatort stießen die Polizisten zudem auf mehr als ein Dutzend Spraydosen sowie auf eine Digitalkamera, mit der die Beschuldigten ihre Tat aufgezeichnet hatten.

Einer der jungen Männer, ein 23-jähriger Engländer, wurde wegen einschlägiger Anzeigen bereits per Haftbefehl gesucht. Ihm wird schwere Sachbeschädigung vorgeworfen. Übersteigt der angerichtete Schaden - wie etwa auch im Fall "Puber" - übrigens 50.000 Euro, droht unter diesem Paragrafen eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Polizeisprecher: "Knapp 300 ähnlich gelagerte Fälle"
Der jüngste Festgenommene, ein 17 Jahre alter Wiener Krankenpfleger, war bisher einmal wegen Sachbeschädigung angezeigt worden. Hierzulande unbescholten sei nur einer aus dem Quartett, ein Brite, der allerdings erst vor einigen Tagen nach Wien eingereist sei, berichtete Keiblinger. Es würden "knapp 300 ähnlich gelagerte Fälle" überprüft, die ebenfalls die Handschrift der Sprayer tragen. Zudem könnten sie auch in Prag und Bratislava aktiv gewesen sein.

"'Puber' sagt überhaupt nichts"
Der am Donnerstag nach einem Hinweis festgenommene Graffitisprayer "Puber" befand sich am Samstagvormittag noch in Polizeigewahrsam und zeigte sich weiterhin schweigsam. Antworten habe er bei mittlerweile zwei Befragungen komplett verweigert, sagte Keiblinger. "Er sagt überhaupt nichts."

Die Entscheidung, ob der 29-Jährige aus dem Kanton Zürich in Wien in U-Haft genommen wird, fällt - entgegen erster Meldungen - nun doch erst am Sonntag, ließ Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, am Samstagnachmittag wissen.

Der Schweizer soll mit seinen Sprayaktionen, bei denen er jeweils sein Pseudonym als einfachen Schriftzug anbringt, in der Bundeshauptstadt einen Sachschaden von mindestens 50.000 Euro verursacht haben.

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