Mo, 20. November 2017

Ukraine-Einsatz

06.03.2014 09:16

Erste Hilfe für Bären des gestürzten Präsidenten

Ein Team der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" konnte in den letzten Tagen den fünf Braunbären, die auf dem Gelände der Winterresidenz des gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch leben, erste Hilfe leisten und ihre Situation verbessern. Die Mitarbeiter der Tierschutzorganisation versorgten die Tiere mit frischem Obst, Gemüse und Wasser.

Die Haltung der Bären ist alles andere als artgemäß und müsste dringend verbessert werden. Das Bärenweibchen lebt mit seinen drei Jungen in einem sehr kleinen, dunklen Käfig. Das Bärenmännchen wird separat gehalten. Beide Käfige sind zugemüllt. Zudem ist der Boden durch die starken Regenfälle in den letzten zwei Wochen aufgeweicht.

Zukunft der Bären ungewiss
"Die Bären werden zwar derzeit von Mitarbeitern der Präsidentenresidenz versorgt, doch das mehr schlecht als recht", sagt Bärenexperte Carsten Hertwig. "Als unser Team letzten Donnerstag dort ankam, hatten die Bären nicht einmal Wasser zum Trinken. Außerdem wissen wir bei den derzeitigen politischen Wirren nicht, ob die Zuständigkeiten so bleiben und ob sich in Zukunft überhaupt irgendjemand um die Bären kümmern wird."

Gehege müssen dringend vergrößert werden
Da die Tiere nicht dem gestürzten Präsidenten privat gehören, sondern in staatlichem Besitz sind, stehen die "Vier Pfoten" nun in Kontakt mit dem Direktor der Präsidentenresidenz, um längerfristige Hilfe anzubieten. "Die nächsten Schritte wären nun, konstruktive Verbesserungen an dem Gehege vorzunehmen und darauf hinzuarbeiten, dass die Bären grundsätzlich auf dem Gelände ein größeres Gehege bekommen", so Carsten Hertwig.

Bärenbabys immer wieder verkauft
Außerdem müsste das Männchen dringend kastriert werden, so die Tierschützer. Das Weibchen hatte nach "Vier Pfoten"-Recherchen schon mehrfach Nachwuchs, der dann verkauft wurde, obwohl in der Ukraine der Handel mit Bärenjungen eigentlich illegal ist. Braunbären sind per Gesetz geschützt und eine nicht artgemäße Haltung ist verboten. Aufgrund der politischen Situation ist es jedoch schwierig, in konkrete Verhandlungen mit Entscheidungsträgern zu treten. Die "Vier Pfoten" wollen "weiter an dem Fall dranbleiben".

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).