Do, 23. November 2017

Keine Nahversorgung

01.03.2014 15:55

Wachauer „kaufen“ sich ihren eigenen Greißler

Von Luft und Liebe kann man auf Dauer ebenso wenig leben wie von Marillen und Grünem Veltliner. Das ist den rund 1.200 Wachauern am südlichen Donauufer bewusst. Aber Milch, Butter, Fleisch und Co. gibt es in der größten Marillenanbau-Gemeinde Österreichs schon lange nicht mehr zu kaufen. Alle Geschäfte sind geschlossen. Jetzt startet die Bevölkerung eine ungewöhnliche Initiative.

Selbst sind die Wachauer, denn - so sagen sie: "Wir brauchen einen Nahversorger!" Sie organisieren sich ihren eigenen Greißler, nachdem der letzte Fleischhauer im November 2013 seine Pforten geschlossen hat und sich kein renommierter Lebensmittelkonzern mit einer Mini-Filiale ins Weltkulturerbe wagt. "Wir brauchen hier einen Nahversorger, und wir haben großes Echo aus der Bevölkerung", erklärt Erich Polz, Bürgermeister von Rossatz-Arnsdorf.

"Ab April versorgen wir uns selber"
Und so funktioniert der unternehmerische Schachzug: Auf Initiative des Bürgermeisters und mit einer Förderungsspritze des Landes von 50.000 Euro wurde ein Verein gegründet, der bereits 260 Mitglieder zählt. Gemeinsam wurde ein schmuckes Geschäftslokal in Rossatz-Arnsdorf adaptiert, renoviert und eingerichtet. "Unser Bürgermeister hatte die Initialzündung zum Projekt. Ab April versorgen wir uns selber", freut sich Vereinsobmann Otto Michael Ivan.

Der Wareneinkauf beim Zwettler Großhändler Kastner erfolgt über sogenannte Bausteine, die um 100 Euro pro Stück erhältlich sind - quasi als Vorfinanzierung. "Mit dem Verkauf im Geschäft wird freilich zurückgezahlt", sagt Obmann Otto Ivan. Am 4. April wird der lang ersehnte Greißlerladen seine Pforten öffnen.

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