Di, 21. November 2017

Föhn als Dauergast

01.03.2014 10:09

So warm war der Winter in Tirol noch nie

Der ungewöhnlichste Winter aller Zeiten in Tirol ist am Freitag für die Meteorologen der ZAMG Innsbruck zu Ende gegangen und brachte viele Rekorde: Noch nie war der Winter seit Beginn der Aufzeichnungen so warm wie heuer, erstmals gab es im Inntal keinen Eistag. Und noch nie wütete der Föhn so extrem wie diesmal.

Im Jahr 1777 wurde an der Universität Innsbruck mit Wetteraufzeichnungen begonnen. Der Winter - für die Meteorologen dauert er vom 1. Dezember bis Ende Februar - weist über diesen Zeitraum eine durchschnittliche Temperatur von minus 0,1 Grad auf. "Heuer waren es plus drei Grad und damit der wärmste Winter aller Zeiten", sagte ZAMG-Meteorologe Josef Lang.

Auch in Kufstein (Aufzeichnungen seit 1906) war es mit plus 2,4 Grad der wärmste Winter bislang. In der Festungsstadt wurde die höchste Wintertemperatur Tirols gemessen: plus 17,7 Grad am 25. Dezember. Zeitgleich zeigte das Thermometer am 3.440 Meter hohen Brunnenkogel im Pitztal mit minus 20,7 Grad am 28. Jänner den Tiefstwert Österreichs. Erstmals gab es im Inntal keinen Eistag, an dem das Thermometer ganztägig im Minusbereich liegt. Von den 90 Tagen dieses Winters waren an der Wetterwarte Innsbruck 78 zu warm.

Auch Föhn- und Niederschlagswerte stark abweichend
Beim Niederschlag ortet Lang "ein Nord-Süd-Gefälle". Osttirol bekam extrem viel ab: Lienz mit 460 Millimeter pro Quadratmeter um 307 Prozent mehr als normal, Sillian mit 458 mm um 285 Prozent mehr, während in Innsbruck statt durchschnittlicher 136 Millimeter nur 92 Millimeter fielen. Die größte Abweichung gab's im Außerfern mit einem Minus von 75 Prozent. Die größte Neuschneemenge fiel in Lienz: 207 Zentimeter, normal sind es 82.

Ebenfalls Rekord die Föhntage auf dem Innsbrucker Hausberg Patscherkofel: "34 Tage mit mehr als 100 km/h, acht mit mehr als 130 km/h", so Lang. Also fast jeden zweiten Tag Föhn.

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