Do, 19. Oktober 2017

Aus Gesicht gerissen

28.02.2014 11:39

Testerin in den USA wegen Google Glass attackiert

Weil sie sich weigerte, Googles Datenbrille Glass in einer Bar abzusetzen, ist die Online-Journalistin Sarah Slocum in San Francisco von mehreren Gästen attackiert worden. Die Brille sei ihr aus dem Gesicht gerissen worden, schilderte Slocum der "Los Angeles Times". Ein nur wenige Sekunden dauerndes Video des Vorfalls, aufgezeichnet von Google Glass, veröffentlichte Slocum auf YouTube.

"Oh mein Gott, ihr werdet es nicht glauben: Ich wurde letzte Nacht verbal und physisch angegriffen und ausgeraubt, Dinge wurden wegen einiger Google-Glass-Hasser nach mir geworfen und dann riss einer von ihnen die Brille aus meinem Gesicht und rannte davon. Und als ich ihm hinterherrannte, stahlen seine Freunde meine Geldbörse, mein Smartphone, einfach alles", schrieb Slocum nach dem Vorfall auf Facebook.

Gäste fühlten sich beobachtet
Dabei habe alles ganz harmlos begonnen. Beim Besuch einer Bar in San Francisco hätten viele der anwesenden Gäste zunächst großes Interesse an Google Glass gezeigt und Slocum um eine Demonstration der Datenbrille gebeten. Als zu späterer Stunde jedoch eine Gruppe Stammgäste das Lokal betrat, habe die Stimmung umgeschlagen: Sie hätten sich durch die Frau, genauer gesagt ihre Brille, beobachtet gefühlt, berichtete die "Los Angeles Times".

Nachdem sie mehrfach von einer Frau beschimpft worden sei und sich die Lage zugespitzt habe, habe Slocum die Kamera der Datenbrille eingeschaltet – wohl um im Zweifelsfall einen Beleg für die Übergriffe zu haben. Die Situation habe sich dadurch jedoch bloß verschlimmert, bis ihr ein Mann die Brille schließlich aus dem Gesicht gerissen habe und davongerannt sei. Das von Slocum veröffentlichte Video des Vorfalls reißt jedoch unmittelbar davor ab – die Frau hatte die Länge der Aufzeichnung auf lediglich zehn Sekunden begrenzt. Das Material wurde an die Polizei übergeben und soll nun dabei helfen, die Täter zu identifizieren.

Bar kein "Google-Glass-Revier"
Die Meinungen darüber, ob Slocums Verhalten richtig war, gehen auseinander. Ein Augenzeuge schilderte laut einem Bericht von CBS San Francisco, dass das Publikum der Bar prinzipiell "nicht sehr technikorientiert" sei. Die Punk-Rock-Bar sei nicht wirklich "Google-Glass-Revier", etwas mehr Taktgefühl seitens Slocum wäre daher angebracht gewesen. Eine Rechtfertigung für körperliche Übergriffe sei dies aber nicht, betonte der Mann.

"Sei kein Glasshole!"
Die Debatte um die Nutzung von Googles Datenbrille im öffentlichen Raum wird mit dem Vorfall weiter angeheizt. Erst kürzlich hatte Google erste Testträger der Brille deshalb dazu aufgefordert, kein "Glasshole" zu sein und gewisse Benimmregeln zu befolgen (siehe Infobox). So empfiehlt Google seinen Testern etwa, beim Filmen mit Glass vorher um Erlaubnis zu fragen und die Datenbrille abzunehmen, wenn man nicht darauf angesprochen werden möchte.

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