Fr, 24. November 2017

Haustiere als Köder?

27.02.2014 11:56

Sbg: Kinder entdeckten zahlreiche Tierkadaver

Einen grausigen Fund haben Kinder aus Pebering bei Eugendorf in Salzburg am Dienstag gemacht. Sie entdeckten Tierkadaver in und neben einem Entwässerungsgraben vor einem Jägerhochstand. Darunter befanden sich abgetrennte Gliedmaßen von Katzen, Rehen, und Vögeln. Die Tiere wurden vermutlich als Fuchsköder verwendet.

"Die Eltern verständigten uns, da die Kinder besonders vom Anblick eines Katzenkopfes schwer geschockt waren", schilder Janina
Koster vom Österreichischen Tierschutzverein die Situation. Der ÖTV unternahm daraufhin am Mittwoch einen Lokalaugenschein und barg etwa sieben Kadaver aus dem Gewässer. Teilweise war der Verwesungsprozess so weit fortgeschritten, dass eine Bergung nicht mehr möglich war.

Katzenfelle mit Schroteinschüssen
"Ein Katzenfell in relativ gutem Zustand wies eindeutige Schroteinschüsse auf, die aus nächster Nähe erfolgten. Dies erlaubt den Schluss, dass es sich dabei nicht um verwilderte Streuner, sondern um zahme Hauskatzen handelte", ist Koster entsetzt. Ein Jäger, der vor Ort erschien, räumte ein, Katzen im Rahmen der
gesetzlichen Regelungen zu erschießen und deren Körperteile dann zum Anlocken von Füchsen auszulegen.

Tote Haustiere als Köder verwendet?
Tatsächlich dürfen laut dem Salzburger Landesjagdgesetz im Wald herumstreifende Katzen erschossen werden. Für die Tierschützer bleibt allerdings unverständlich, wieso die Kadaver in einem Gewässer deponiert wurden. Der ÖTV fand vor Ort auch viele Fischüberreste, ein Bein eines großen Vogels - vermutlich handelte es sich um einen Fischreiher oder Storch -, sowie eine ganze Krähe.

ÖTV für Verbot von Haustierabschüssen
"Für uns ist damit leider erneut der Beweis erbracht, dass unzählige Haustiere von Jägern erschossen werden und es sich nicht, wie stets von der Jägerschaft behauptet, um Einzelfälle handelt. Das tote Haustier ist nach wie vor Besitz seines Halters und müsste diesem auch zurückgegeben werden, anstatt zerteilt als Köder verwendet zu werden", so Koster. Der Österreichische Tierschutzverein will sich weiterhin für ein Verbot von Haustierabschüssen einsetzen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).