Di, 21. November 2017

„Gegen Beschmutzung“

26.02.2014 13:17

Haider will Namen ihres Vaters reinwaschen

Ulrike Haider-Quercia, die am Dienstag im "Krone"-Interview angekündigt hatte, als BZÖ-Spitzenkandidatin in die kommende EU-Parlamentswahl zu gehen, ist am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt worden: Die 37-Jährige bezeichnete sich dabei als "glühende Europäerin" - zugleich plädierte sie allerdings für einen Euro-Austritt. Gründe für ihr überraschendes politisches Engagement: Unzufriedenheit mit der EU, aber auch die Verteidigung des Namens Haider.

"Der Name meines Vaters ist nach wie vor ein bedeutender Name", meinte sie mit Hinweis auf den großen Medienandrang bei der Pressekonferenz. Ihre Kandidatur sei auch eine Möglichkeit, in Bezug auf ihn "einiges richtigzustellen", sagte Haider-Quercia. Sie wolle "nicht mehr mitanschauen, wie man derzeit mit ihm medial verfährt". Jörg Haider habe die Hypo Alpe Adria 2007 "vorteilhaft für die Steuerzahler verkauft", der Fehler sei der Rückkauf 2009 durch den damaligen Finanzminister Josef Pröll gewesen. "Ich lehne es ab, den Namen meines Vaters zu beschmutzen", sagte sie.

Hohe Arbeitslosigkeit und Staatsschulden seien "Erben aus einer alten Politik, die wir nicht mehr mittragen möchten". Ihr Vater habe aber "natürlich keine alte Politik betrieben", betonte sie, sondern er habe "die Österreicher wieder für Politik interessiert und begeistert".

"Glühende Europäerin" aus der "Erasmus-Generation"
"Ich bin glühende Europäerin", so Haider-Quercia. Sie gehöre der "Erasmus-Generation" an und habe von der EU profitiert. Dennoch erklärte sie, sie gehe "mit einer sehr EU-kritischen Position" in den Wahlkampf. "Ich möchte, dass Europa zusammenbleibt", es müsse aber "von Grund auf" reformiert werden. "So wie Europa momentan abläuft, das ist nicht mein Europa". Der Euro könne ihres Erachtens "nicht mehr gerettet werden", sagte sie, man dürfe keine Alternativen dazu ausschließen.

Die Kandidatur habe sie sich "reiflich überlegt", meinte Haider-Quercia. "Weil eine Kandidatur natürlich ein lebensverändernder Schritt ist" und "immer auch ein Risiko" darstelle. Doch wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sich engagieren, begründete sie ihre Entscheidung.

BZÖ glücklich über "beste aller Spitzenkandidaten"
BZÖ-Chef Gerald Grosz zeigte sich "sehr glücklich" über seine Spitzenkandidatin. "Ich traue mich zu sagen, dass wir die beste aller Spitzenkandidaten, die sich um ein Mandat im Europaparlament bemühen, haben", meinte Grosz. Die 37-Jährige stehe für eine "neue Generation". Er sei überzeugt, dass dem BZÖ mit der Juristin und Politikwissenschaftlerin der Einzug ins europäische Parlament gelingt.

Partei kündigt weitere Überraschungen an
Bei einem Parteitag am 15. März wird die Kandidatur offiziell beschlossen, "zeitgerecht" will Grosz auch die Liste der restlichen Kandidaten vorstellen, unter denen sich auch viele unabhängige Personen befinden würden. Die Nominierung der Spitzenkandidatin sei "nicht die letzte Überraschung", kündigte Grosz an, "sowohl inhaltlich als auch personell".

Um am 25. Mai antreten zu können, muss das Bündnis aber vorerst 2.600 Unterstützungserklärungen sammeln. Diese würden sie "in allen Bundesländern gut organisiert sammeln", sagte Grosz. Er habe "keine großen Bedenken", dass sie nicht zustande kommen.

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