Mi, 22. November 2017

„Strafbare Handlung“

26.02.2014 08:38

Pächter lässt Wild in Kärntner Revier verhungern

Die Schneemassen sorgen in Oberkärntens Wäldern für einen Überlebenskampf bei Hirsch, Reh und Co. Während in der Notzeit vielerorts die Jäger das Wild füttern, müssen die Tiere in einem Jagdrevier der Bundesforste elendig verhungern. Andere Waidmänner sind schockiert: "Ein Tier hängt tot in der leeren Futterkrippe."

"In 40 Jahren habe ich so etwas nicht gesehen", schildert der Spittaler Bezirksförster und Funktionär der Jägerschaft, Johann Obertaxer: "Obwohl es einen behördlichen Fütterungsauftrag gibt, stehen hier mehrere Stück Rotwild vor leeren Futterkrippen. Drei Tiere sind schon elendig verhungert."

Das Problem: Die Wildtiere sind wie jedes Jahr zu dieser amtlich genehmigten Rotwild-Fütterungsstätte gezogen, da sie dort seit 1965 immer ausreichend Nahrung erhalten hatten. Nur heuer plötzlich nicht, denn die Bundesforste, die die Fütterung beantragt hatten, wollen sie jetzt wieder loswerden. "Der Wildstand und der Wildschaden sind zu hoch", sagt Bundesforste-Betriebsleiter Günther Tragatschnig. Und weil selbst Wildökologen die Auflösung der Futterstelle befürworten, ist diese nächstes Jahr weg.

"Ich habe heuer nichts mehr raufgetan"
Für den Revierpächter, einen Mitarbeiter der Bundesforste, ging es aber wohl nicht schnell genug: "Ich habe heuer nichts mehr raufgetan, weil eh alle sagten, wir sollen nicht mehr füttern." Für Bezirksjägermeister Franz Kohlmayer ist dies jedoch eine "strafbare Handlung", denn: "Der Pächter wäre heuer noch verpflichtet gewesen, zu füttern."

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