Sa, 18. November 2017

2 Tage vor Opernball

25.02.2014 14:50

500 Arbeiter verwandeln Oper in Ballsaal

Die Wiener Staatsoper legt wieder ihr allerfeinstes Kleid an: Seit Dienstag früh werken rund 500 Arbeiter emsig daran, das Innere des Sangeshauses in den wohl schönsten Ballsaal der Welt zu verwandeln. "Ich traue mich schon jetzt zu sagen, wir werden rechtzeitig fertig", freute sich Walter Renner von den Bundestheatern.

Viel Zeit haben die Arbeiter dennoch nicht: Am Mittwochabend bei der Generalprobe muss die Verwandlung der Oper abgeschlossen sein. "Insgesamt sind es mehr als 12.000 Arbeitsstunden", sagte Renner.

Im Inneren der Oper wird als Erstes das Parkett aufgebaut. Rund 170 der zwei Quadratmeter großen Platten müssen jedes Jahr für die Veranstaltung verlegt werden. Um die Neigung des Zuschauerraumes auszugleichen, wird darunter eine Art Gerüst aufgebaut, damit in der Ballnacht eine ebene Tanzfläche bereitsteht. Parallel werden die Bühnenlogen errichtet. Bis 23 Uhr sollten die groben Arbeiten abgeschlossen sein.

Idee zum Tanzparkett hatte Willy Elmayer
Die Idee, die verschiedenen Ebenen der Staatsoper zu einem einzigen Tanzparkett umzubauen, hatte übrigens der legendäre Tanzlehrer Willy Elmayer. Wie aus seinen neu aufgelegten Memoiren "Vom Sattel zum Tanzparkett" (K&S Verlag) hervorgeht, wurde Elmayer in den 1920er-Jahren die Aufgabe übertragen, den Opernball als großen Staatsball zu gestalten.

Von Anfang an störte Elmayer, dass Bühne und Zuschauerraum nicht nur durch den Orchestergraben getrennt, sondern auch verschieden hoch waren. "Daher mein Vorschlag: Warum nicht ein einziges, überdimensioniertes Tanzparkett schaffen?" Nachdem er mit diesem Plan jahrelang auf Granit gebissen war, gaben die Bundestheater kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges plötzlich grünes Licht. "Ich aber konnte mich jetzt so richtig austoben", schrieb der Tanzlehrer.

Wie auch jetzt begann der Umbau gleich nach der letzten Vorstellung, in nur 48 Stunden musste der Ballsaal errichtet sein. "Diese 48 Stunden war ich bei den Arbeitern. Ich legte selbst Hand an, gab noch einmal letzte Anweisungen, ließ kistenweise Bier auffahren, spendierte Würstel - und half wieder weiter", erinnerte sich der einstige "Benimm-Papst".

Das Ergebnis war beeindruckend: "Als dann aber der Umbau fertig war, räumten selbst die verbissensten Kritiker ein, dass nun alles viel schöner, festlicher und wirkungsvoller sei. Und dass man sich gar nicht vorstellen könne, wie man früher habe einen Opernball abhalten können." Diesem Konzept von Elmayer ist man im Großen und Ganzen bis heute treu geblieben.

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