Do, 14. Dezember 2017

Emotionserkennung

20.02.2014 18:00

Hunde verarbeiten Sprache ähnlich wie Menschen

"Nicht bellen und bitte schön still liegen." Mit diesen Kommandos haben ungarische Forscher elf Hunde nacheinander in einen Magnetresonanztomographen (MRT) geschickt. Die Hirnuntersuchung ergab, dass Hunde - ähnlich wie Menschen - spezielle Regionen für die Verarbeitung von Sprache besitzen.

Sie nehmen auch den emotionalen Gehalt wahr, der über die Stimme oder ein Geräusch transportiert wird, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt "Current Biology". "Hunde und Menschen teilen ein ähnliches soziales Umfeld", erläutert Erstautor Attila Andics von der MTA-ELTE Comparative Ethology Research Group in Budapest. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass sie auch ähnliche Hirnmechanismen benutzen, um soziale Informationen zu verarbeiten. Dies erleichtert vielleicht die erfolgreiche vokale Kommunikation der beiden Arten untereinander."

Andics und seine Mitarbeiter hatten elf Hunden und 22 Menschen im MRT Stimmen und Geräusche vorgespielt, darunter menschliches Lachen, Weinen, Hundegebell und neutrale Umgebungslaute. Sie beobachteten, welche Hirnregionen auf die Geräusche ansprachen. Generell reagierten Hunde am stärksten auf Hundelaute und Menschen am stärksten auf menschliche Töne.

Spracherkennungsregion an ähnlicher Stelle
Bei beiden Gruppen liegen Spracherkennungsregionen an ähnlicher Position der Hörrinde und scheinen ähnlich zu funktionieren, berichten die Forscher. Zudem gibt es im Gehirn beider Arten Regionen, die speziell vom emotionalen Gehalt eines Lautes aktiviert werden - unabhängig davon, ob der vom Hund oder vom Menschen stammt. Die Gehirne reagierten stets stärker auf positive als auf negative Geräusche. Die Untersuchung helfe auch zu erklären, warum Hunde sich so gut auf die Stimmung ihres Herrchens einlassen könnten.

Ihre Studie sei die erste, die die Hirnaktivität zweier Arten vergleiche, die zwar das gleiche soziale Umfeld teilten, aber evolutionär recht weit voneinander entfernt seien. Dass beide Arten vergleichbare Stimmerkennungsareale besäßen, lasse vermuten, dass diese sich im Lauf der Evolution früher entwickelten als bisher angenommen - nämlich vor mindestens 100 Millionen Jahren, als der letzte gemeinsame Vorfahr von Hunden und Menschen lebte. Allerdings sei auch denkbar, dass diese Areale unabhängig voneinander bei beiden Arten entstanden, schränken die Forscher ein.

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