Di, 17. Oktober 2017

Peinliche Panne

19.02.2014 13:35

„Neger“ in Testunterlagen: Lehrerin wird befragt

Für hochkochende Emotionen sorgt derzeit ein Legasthenie-Test, der in einem Gymnasium in Wien abgehalten wurde. Die Schüler hatten dabei die Aufgabe, unter einer Vielzahl an Anagrammen das Wort "Neger" zu finden. Der Stadtschulrat reagierte aufgebracht über den Vorfall und kündigte Konsequenzen an: So wird die AHS-Lehrerin, die das Arbeitsblatt verteilt hatte, vorgeladen und dazu befragt.

Die Aufgabe mehrerer elfjähriger Schüler bestand darin, aus einem Gros an Anagrammen das Wort "Enger" in Kombination mit "Neger" zu finden und zu markieren. Besonders brisant: Unter den getesteten Kindern soll sich auch ein schwarzes Mädchen befunden haben, twitterte der Journalist Simon Inou.

Inou hatte den Vorfall publik gemacht, nachdem die Eltern besagter Schülerin sich an ihn gewandt hatten. Wie die "Krone" erfuhr, handelt es sich bei der Schule, an der der Legasthenie-Test stattfand, um das Bernoulligymnasium im 22. Bezirk.

"Akzeptieren Rassismus an Schulen nicht"
Unterrichtet über den Vorfall wurde indes auch der Wiener Stadtschulrat, der sich empört zeigte. "Von dem Arbeitsblatt distanzieren wir uns deutlich. Wir akzeptieren Rassismus an Schulen nicht", betonte die Leiterin der AHS-Abteilung im Stadtschulrat, Gabriele Dangl am Mittwoch.

Das Arbeitsblatt sei im Jahr 1972 "offenbar unreflektiert" vom Unterrichtsministerium approbiert worden und stamme aus einem Förderheft für Legastheniker, so Dangl. "So etwas hat heutzutage ganz klar keine Berechtigung." Man werde alle Schulen informieren, dass etwaige Altbestände nicht mehr zum Einsatz kommen dürfen.

Dienstrechtliche Konsequenzen für Lehrerin offen
Bei dem Gespräch mit der betreffenden Pädagogin werde man nun genau recherchieren, warum dieses Material zum Einsatz gekommen ist, betonte Dangl. "Die Kollegin galt bisher als sehr schülerfreundlich. Dementsprechend wird nach dem Gespräch die Überlegung sein, welche dienstrechtlichen Konsequenzen daraus erwachsen." Eine Suspendierung komme bis dahin nicht infrage, da keine Gefahr im Verzug vorliege.

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